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aus noch jenes mächtige Interesse , das unser ganzes Her ; beschäftigen , unsere Sinne fesseln , und unsre Leidenschaften dahin reisen muß .
Die erste Bestrebung des Dichters muß sei» , daß er uns die Handlung gleich Anfangs wich , tig mache . Das ist hier ganz verfehlt . Ei» Prinz wünscht in den Best ; eines Mädgens zu
kommen ; das Madgen ist verlobt : also kann er seinen Zweck ohne Verbrechen nicht erreichen . Was ist nun natürlicher , als daß wir gleich für dieses Madgen eingenommen werden müssen ; daß ihr Karakter und ihr Schicksal unser ganzes Herz beschäftige , damit jeder Vorfall , jede See« ne , jedes Wort uns interessant werde ? - Aber von diesem Madgen , von Emilia Galotti , er , blicken wir in dem ganzen ersten Aufzuge nichts ; nichts von ihrem Vater , nichts von ihrem Brau« tigam und ihrer Familie ; nichts von allem , wat uns das wichtigste gewesen wäre . Sie wird oft genennt , aber wir kenne» sie nicht . Man zeigt
ihr

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