Full text: Festschrift zur Einweihung des Neubaues der Anstalt. Inhalt: 1. Entstehung und Auffassung von Lessings Nathan dem Weisen ...

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Allerdings gibt Rcinkc cinc Menge Beispiele für sichtbare Systembedingungen und fllr die daran schaffenden Systemkräfte , auch für Kriiftc verborgener Systeme . 
Ihr zeitliches Wirken begann mit der ersten Zelle , die bereits eine zweckmäßig arbeitende A\aschine sein mußte ( 3 , 305 ) . » . . . Die wichtigsten Arbeitsdominanten , welche die Grundlage des Pflanzcnlebens bilden , z . B . diejenigen der Assimilation der Kohlensaure und der Synthese von Eiweiß durch die lebende Zelle . . . mußten den Urzellen ursprünglich innewohnen . . . " ( 3 , 439 ) . In ihnen mußte schon die reizbare Struktur des Protoplasmas als Konfiguration ( 1 , 614 ) , mußte schon das Protoplasma als . Chemiker von höchster Intelligenz * ( 1 , 305 ) gegeben sein , die Urzelle mußte bereits eine . Kraftmaschine " ( 1 , 269 ) sein . 
Als sich unter dem Einflüsse von Dominanten ( vgl . nächsten Abschnitt ) dies Cicfüge im Verlaufe der Stammesgeschichte abänderte , wurde durch eben diese Änderung der innern unsichtbaren Organisationsvcrhält - nisse der Artcharakter des Organismus gewandelt , der ja . schon in der Struktur des Protoplasmas der einzelnen Zellen gegeben ist * ( 3 , 350 ) . 
In der Zelle leiten die Systemkräfte als . verborgener " oder . intelligenter Chemiker * ( 3 , 18 . 1 , 271 , 277 ) die verschiedensten chemischen Prozesse : die Bildung der Kohlehydrate , also die Synthese des Zuckers , der Stärke , Ausfällung der Zellulose , Erzeugung des Honigs ( l , 173 , 184 , 311 ; 3 , 268 , 271 ) . 
. Jeder Pflanzenstoff , der immer wieder in den Geweben einer Spezies hervorgebracht wird , die lose des Mohns , der Chinarinde , des Schierlings usw . , können nur durch Dominanten erzeugt werden , welche die chemischen Energien beherrschen ; und wenn eine Pflanze nur an einer bestimmten Stelle der Blume und nur während der wenigen Stunden , wo es nutzt , Honig aussondert , so haben wir auch darin das Werk von Dominanten zu erblicken * ( 32 , 89 ) . Ich glaube , heute würden Reinke Systemkräfte für diese Tätigkeiten genügen . 
Auch die Kernteilung scheint Rcinkc als einen maschinenmäßigen Vorgang aufzufassen , denn kräfte bewirken die Teilung der Chromosomen ( 1 , 443 ) ' ) - Wenn aber . der im engern Sinne organisierte , staltete Teil des Protoplasma * — d . Ii . doch wohl die Systembedingungen — außer der Assimilation , milation auch die Epiplastie regieren soll ( 1 , 270 - 273 ) , so ist das wohl nur im Sinne der später zu örternden Hypothese zu verstehen , wonach die Dominanten sich vielleicht auf Systembedingungen zurückführen lassen sollen . 
Das Chlorophyll wird 1 , 310 , 313 als Transformator von Sonnenenergie in chemische Energie zeichnet . Ohne Systembedingungen würde die Assimilation nicht zustande kommen ( 6 , 50 ) . 
Im aufgepfropften Edelreis erscheinen , vom Wildling ganz unbeeinflußt , nur die Eigenschaften des erstem , ebenso wird der Parasit nicht vom Wirt verändert . . Mit maschinenmäßiger Sicherheit wird die stanz des Wirts in die Substanz des Parasiten umgewandelt . * Der Grund zu solchen Erscheinungen liegt wohl in den verschiedenen beiderseitigen Systemkräften , die die chemischen Eigenschaften bestimmen ; doch sind auch jedenfalls Dominanten hierbei am Werke ( 1 , 341 , 342 ) . 
Auch „ Akkumulatoren " gibt es in der Pflanze . „ Indem die Reservestoffbehälter der Pflanzen sich aus dem zuströmenden Zucker mit Stärke füllen , werden sie zu Akkumulatoren von Energie . Die Pflanze arbeitet in größter Ausdehnung mit Akkumulatoren . Wenn ein Same keimt , so war es akkumulierte chemische Energie , die hierbei ausgenutzt wird . Ein gleiches gilt von jeder austreibenden Knospe im Frühjahr . Selbst wenn der Zucker im Chromatophor der assimilierenden Zelle eine zu große Konzentration su erreichen droht , greift die Zelle zum Akkumulatorenprinzip und verwandelt ihn selbstregulatorisch in Stärke " ( 6 , 46 ) . 
Sogar einzelne chemische Verbindungen können „ in gewissem Sinne " als Systemkrüftc gelten , z . B . die Fermente ; denn sie wirken zweckmäßig , zeigen also damit eine Eigenschaft — und zwar eine wesentliche — der Systembedingungen ( 6 , 50 / 51 ) " ) . 
Diesen vorwiegend als . Chemiker * tätigen Systemkräften schließen sich physikalisch wirksame im Pflanzenreich an . 
6 , 89 wird das Wahlvermögen der Pflanze , sowohl der Wurzel als auch des Plasmas , von den botenen Stoffen nur die nützlichen aufzunehmen , . als eine ihrer merkwürdigsten Systemkräfte " bezeichnet " * ) . 
* ) Auch 3 , 231 heißt der Kern der Keimzelle . ein materielles System von spezifischer Konfiguration und spezifischer Bewegung " . 
* * ) 3 , 4 . A . 158 : „ Diese verschiedene Konfiguration der Teile eines materiellen Systems kann aber auch in Verschiedenheit der chemischen Struktur bestehen . In der Pulverladung eines Gewehrs ist Spannungsenergie vorhanden . . . und die Steinkohle in der Lokomotive repräsentiert gleichfalls Spannung . . 
" ' ) 1 , 305 erkennt R . noch in dieser Auswahl der Nahrung „ anscheinend alle Obergänge zwischen einem rein mechanischen Prozesse und wirklich instinktiver Tätigkeit " .
	        

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