Full text: Festschrift zur Einweihung des Neubaues der Anstalt. Inhalt: 1. Entstehung und Auffassung von Lessings Nathan dem Weisen ...

Geben wir als Abschluß dieser Betrachtung eine zusammenfassende Äußerung Reinkes wieder ( 3 , 265 / 266 ) * ) : . Die Organismen sind Maschinen in ihrem Energiewechsel , in den mechanischen Arbeiten , die sie verrichten . Aber sie verbinden mit dieser unleugbaren Maschineneigenschaft in Fortpflanzung , Vererbung und Entwicklung noch Eigenschaften , die sie über das Niveau der Maschinen hinausheben " . 
b ) Gründe und Beweise ; Verteidigung . 
. Der Vergleich des Organismus mit einer Maschine , ja wir können weiter gehen und sagen , der weis maschineller Struktur und Arbeit im Organismus ist für den Fortschritt der theoretischen Biologie von der größten Wichtigkeit geworden " . ( 1 , 165 . ) Diese Worte Reinkes haben für ihn um so mehr Berechtigung und Bedeutung , als auf jenem Vergleich ja ein Teil des Nachweises ruht , daß in den Organismen außer der sichtbaren noch eine unsichtbare Struktur steckt , an der sich hauptsachlich die l . ebensvorgänge abspielen . 
In den Organismen ist wie in den Maschinen das Prinzip der Richtung tätig . Diesem widmet Reinke eingehende Erörterungen , so 1 , 155 ; 2 , 326 ; 3 , 4 . A . 162 ; 4 , 504 . 
Sic ergeben , daß bei gleicher Energie , aber verschiedener Richtung die Wirkung verschieden sein kann . Vgl . auch 32 , 595 das drastische Beispiel des träumenden Weichenstellers , der durch falsche tlebel - bewegung dem anbrausenden Zug eine verkehrte Richtung gibt und dadurch einen Zusammenstoß herbeiführt . In den Organismen ist das Prinzip tätig durch die Systembedingungen , die beim Stoffwechsel die Energien richten , und durch die Anordnung der Teilchen bei der Bildung der Systembedingungen , d . h . durch die Dominanten . 
a ) Aus der Analogie mit den Maschinen gewonnene Gründe für 
Systembedingungen . 
Je komplizierter das Getriebe des Stoffwechsels , je verwickelter der Organismus arbeitet , um so weniger genügen physikalische und chemische Energien , um so mehr ist das richtende l'rinzip nötig ( 2 , 397 ; 3 , 275 ) . Die energetischen Vorgänge bedürfen einer gesetzmäßigen Führung ( 2 , 402 ) . 
Ebensowenig wie Maschinen ohne Maschinenstruktur Maschinentätigkeit verrichten können , sind Organismen imstande , ohne Systembedingungen die doch nachweisbare maschinenmäßige Tätigkeit zu verrichten . Die eminent gesetzmäßige Verkettung von Assimilation , Dissimilation , Epiplastie ist ohne Organisation unerklärbar . ( 1 , 271 , 342 . ) 
. Warum der einzelne Elcmentarprozeß sich am gegebenen Orte mit vollendeter Sicherheit vollzieht , bleibt uns »mechanisch« " ) unerklärbar , auch wenn wir voraussetzen , was ich meinerseits tue , daß diese mentarprozesse selbst physikalisch - chemischer Natur sind " ( 7 , 91 ) . 
Darum , so fahren wir positiv fort , erschließen wir die Maschinenstruktur direkt aus den Leistungen des Organismus ( 3 , 413 ) , nämlich der Energieumwandlung nebst ihrer nie versagenden Sicherheit . . Geben wir zu , daß in den Organismen ein analoges Verhältnis besteht zwischen Dominanten * * * ) und Energien wie in den Maschinen , so wird una b we is lie Ii nahe gelegt ° , daß auch in den Organismen die Dominanten * " " ) auf gleiche Weise zustande kommen wie in den Maschinen , nämlich durch eine eigentümliche chemisch - technische Konfiguration des körperlichen Systems " ( 32 , 88 ) . 
Somit ist der Organismus nur einer Maschine , nicht einer bloßen Stoffmasse vergleichbar ( 3 , 270\ „ Könnten wir alle Proteïnstoffe , Kohlenhydrate , Fette usw . , die wir in den Organismen finden , künstlich erzeugen , wir würden daraus doch kein Tier , keine Pflanze , keine Zelle zu bilden vermögen — so wenig , wie durch die bloße Erzeugung von Baumaterial ein Haus entsteht " ( 3 , 4 . A . 192 / 193 . ) 
Ferner : Bei den Maschinen sowohl wie bei den Organismen finden wir Reizbarkeit s . D 4 , Fußn . ) . Wie nun die . Reizbarkeit " der Maschinen auf ihrem Gefüge beruht , so müssen wir auch bei den Organismen für den hier ganz gleichen Reizvorgang eine maschinenmäßige Struktur als Grundlage annehmen . 
Endlich lehrt uns die Maschinentheorie der Organismen : Die Zelle besitzt Transformatoren der Energie ; diese können daher nicht selbst Energie sein , sondern sind , wie in der Maschine , bedingungen . ( 2 , 331 . ) 
* ) ähnl . schon 1880 ( 13 , 410 ) . 
* * ) d . h . rein energetisch . 
* * * ) gemeint sind hier Systemkräfle ( s . D 3 Anni . ) .
	        

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