OS'n crcifl denkwürdiges Ereigniß bezeichnet in der deutschen Geschichte den 5 . April dieses JahreS , und wohl dürfte eS der Muhe Werth sein , demselben einige Augenblicke der Betrachtung zu widmen ; um so mehr , da es eine schwierige Ausgabe ist , sich durch die sich theilweise beschränkenden und widersprechenden Zeitungsnachrichten durchzuarbeiten und das wirklich Geschehene von dem Ersonnenen und Zugesetzten zu unterscheiden .
Kein Deutscher wollte anfänglich seinen Augen trauen , als er laS , daß durch zwei schwachbesepte Schanzen , zwei der größten Kriegsschiffe , der Stolz der dänischen Marine , genommen seien , daß der Danebrog , daS Palladium dänischen HochmutheS und dänischer Arroganz gestrichen worden sei , vor der siebenstündigen Anstrengung von einem Häuflein Artillerie - rekruten ! Jeder ist eingedenk , mir welchem Hohne die Dänen noch vor Kurzem die deutschen Kricgorüstungen begrüßten , mir welchem übermüthi - gen Jubel der Kopenhagener Pöbel seinen Christian >111 in See gehen sah . Allein auch hier sollte es heißen , wie bei jener spanischen Armada : afllavil Dens el dis>ipali sunt ! Die nie rastende untrügliche Nemesis hat einmal ihr scharfes Sckwert zu Gunsten der Deutschen in die Kriegs - wage geworfen , und so bitter wie diese Lehre für den Uebermuth der Dänen fein , so erfreulich und ermuthigend die SiegeSkunde deutschen Ohren klingen mag , eine so ernste Warnung liegt für die vaterländischen Krieger in diesem Ereigniß , nie den Feind gering zu schätzen und stetS zu bedenken , daß , neben den feinsten und genauesten Berechnungen , daö über allen Einfluß erhabene Schicksal über die Weltbühne schreitet , den Völkern die Lehre von der Trüglichkeit und Ungewißheit aller menschlichen Anstrengungen kündend ! Aber herzerhebend ist der Jubel und begeisternd klingt er wieder als eine frohe Ahnung , daß das deutsche Volk , trotz aller Anstrengungen finsterer Mächte und schlangenglatter Fürstenpolitik , dennoch , sei eü durch daö Schwert , sei es durch die noch unwiderstehlichere Gesittung , seine Geltung im Kreise der Völker bewahren wird .
Wenden wir uns zu dem Ereignisse selbst , dessen Einzelnheiten die beigcgcbcne Karte , an Ort und Stelle von kundiger Hand aufgenommen , noch mehr versinnlichen wird .
Schon am - 1 . April , Nachmittags um 0 Uhr , erblickte man von Eckernförde aus ein Geschwader von dänischen Schiffen . Am 5 . April früh Morgens nahten sich , vom frischen Ostwinde getrieben , welcher später für den Feind so verhängnißvoll werden sollte , mehrere große Kriegsschiffe : das Linienschiff Christian \ III , von dt Kanonen ( worunter 10 Bombenkanonen ) beseht mit ungefähr 888 Mann , welches von 1840—45 vom besten Kernholz mit großer Eleganz gebauet war , und ungefähr 1' / » Millionen Mark gekostet haben mag ; sodann die Gefion , eine Fregatte von 18 schweren , 1 leichten Kanonen und circa 588 Mann Besatzung , welche als der beste Segler der dänischen Marine auch erst 1846 ihre erste Fahrt gemacht hatte . Ihnen folgten zwei mit 18 sechs -

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