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Hegeltücher gewickelt , geholt und in dem Leichenhause aufgeschichtet .
Bürger , welche die verstümmelten Leichen dort sahen , wissen nicht genug zu erzählen von dem schauderhaften Anblick , welchen die aufgehäuften diu * tigen Leichen mit den halb oder ganz abgeschossenen Köpfen , Armen und Beinen , mit den zerschossenen Leibern gewährten . Ein Mann siel sogar ohnmächtig um bei diesem Anblick . Ev wurde ein Militairspalier von den Quarrte nach jenem Hügel und der Gruft hinauf gebildet . Dann gingen Herzog und Prinz nebst Generalität und den beiden Predigern Eckernsörde'S dahin und verweilten dort , während unter neuer Grabmusik die Särge aus den Quarrte hinaufgetragen und hinabgesenkt wurden .
Dann kehrte man in daö Quarröe zurück , wo der eine Prediger eine sehr gewöbnliche oder — ungewöhnliche Grabrede hielt . Wir haben unS wirklich gewundert , daß der Mann bei einer solchen Gelegenheit und vor einer solchen Versammlung nichts Anderes und Besseres zu sagen wußte , oder hatte , vielleicht aus Furcht vor später wiederkommen - den Dänen . Dann gab jede Seite des OuarrreS nach der Reihe drei Mal die übliche Salve mit Trommelwirbel und die Feierlichkeit , welche auf die ganze Umgebung einen tiefen Eindruck machte , war beendigt . "
Interessant sind noch die Berichte über den Anblick der Stadt und der Umgebungen , so wie des Hafen'S , an den Tagen nach der Affaire , worüber wir folgende Schilderung erhielten .
«Aus Kiel , Schleswig . Rendsburg , der ganzen Umgegend strömten Schaulustige in langen Wagenzügen und zu Fuße heran . In Niel und den nächsten Dörfern deS Amts CronShagen war kein Pferd mehr zu erhalten . — Werfen wir zuerst einen Blick auf den Strand und den Hafen . Außen auf der Rhede kreuzen vier dänische Kriegsschiffe . Ein Dampfboot , mit einem Parlamentair an Bord , läuft ein . Es verlangt eine Liste der Todten und Gefangenen , die ihn» ertheilt wird . Es wird erzählt , daß man auch die Herausgabe der Gefion verlangt hat , unter Androhung eines Bombardements im Weigerungsfälle , worauf aber na - türlich abschlägig beschicken wird . Das Dampfboot geht wieder ab , eS vereinigt sich mit den Segeln auf der Nbede ; diese steuern nordwärts .
Etwa 2 bis 3UU Schritte vom Strande entfernt , der Schanze gegen - über , liegen die Ueberreste des weiland Linienschiffes Christian VIII , welche noch stark brennen . Eine dichte Rauchwolke wälzt sich von ihnen dem Lande zu . Der untere Theil des Rumpfes , der durch die Erplo - sion nicht zerstört zu fein scheint , ist bis auf den Wasserspiegel brannt . Um denselben herum ragen aus den Wellen T heile der colos - salen Masten und Schiffstrümmer hervor . Der Strand selbst ist mit Tausenden von Menschen bedeckt , welche theils größere Stücke , die an - geschwemmten Böte , Laffetten und waS sonst von Werth angetrieben wird , zu retten suchen . Eine ausgefischte und erbeutete DanebrogSflagge erregt den Neid wider dessen Besitzer . Aber woher Worte nehmen , die ,
ungeheure Zerstörung zu schildern , die man hier gewahrt . Aus einer Strecke von 1UÜI ) Fuß in der Länge und 1U bis 2U Fuß in der Breite liegt Splitter an Splitter , Trümmer an Trümmer . Dazwischen treiben Laffetten , umgestürzte Böte , Kanonenwischer , und Pfropfen und — eine Menge verstümmelter Leichen , welche zunächst herausgefischt werden . Die Mehrzahl aber der in die Luft Gesprengten , so wie die 84 Geschütze liegen noch auf dem Grunde der See . "
«Von der Schanze scheinen die vier Achtiehnpsünder , die sonst ein sehr ernsthaftes Gesicht zeigen , die Zuschauer selbst zufrieden anzulächeln .
Unter ihnen liegt ein starkes Fundament , hunderte von 21 und Ittpfün - digen dänischen Kugeln , die sich dort ein tieseS Lager gewühlt haben .

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