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man sich die beschwerliche Leiter hinauf und hinunter , während von den gefüllten drängenden Jollen Mancher durch eine ttanonenlukc hin , einkletterte . Die . . Wie ist das schöne und solide , schwarzangestrichene Schiff , aus dessen aufgeschlagenen weißen Luken die 42 großen eisernen Feucrschlunde , von dem Unterdeck auf jeder Seite 14 , jetzt ruhig und kalt hervorragen , so zerschossen und zerfetzt ! Ueberall sind die Narben und ausgehöhlten oder gespaltenen Wunden , welche die Kugeln ihm beibrachten . Am Spi» qel , d . h . am Hinterende um das Steuer herum , und an der rechten Flanke ist die Fregatte am meisten zerschellt und zerschossen . Am Spie , gel zählt tium 2't , an der rechten Flanke gegen 30 Uugclwuudcn mit weißen Splittern und Höhlungen . Die Stengen sind alle heruuterge - schössen , die Stengen . Taue und Masten überall jämmerlich zerrissen ; hie und da hat eine Rvgel ein Stuck von der Schanzkleidung abgefpal , ten . In einigen Luken fehlen die vernichteten Kanonen . Man zieht sich au einem Tau die Leiterrreppe mühsam hinaus . Es sieht schauerlich aus aus der „ Gefion " , das ist wabr . Hier haben Tod und Verwüstung mit allen blutigen Schrecknissen gehaus't . Denkt man sich die umherlie - genden jämmerlich Zerschossenen und Verwundeten hinzu , so begreift man , wie Muthlosigkeit und graufende Bestürzung mebr und mehr die Be - satzung ergreifen mußte . "
„ Am ärgsten und gräßlichsten haben die Kugeln innerlich am Spie - gelende gewuthet . Hier ist Alles verwüstet und zerschossen ; hier stürzten die so glückliche» Treffer mehre Male die halbe Besatzung einer Ranone mit zerschmetterten Köpfen zu Boden . Diese enge Umgebung macht noch jetzt einen schauerlichen Eindruck " .
Am Freitag wurden die Gefangenen vom Christian und der Gesion , 1023 an der Zahl , Ofsiciere , Seeleute und Soldaten , nach Rendsburg abgeführt und zwar in einzelnen Trupps mit sehr schwacher Bedeckung ; etwa l Soldat auf 7 Gefangene . Auch auf diesem Zuge , berichtet eiu Augenzeuge , gab es zur Abwechselung des Komischen mit dem Tragischen manche humoristische Seenen und Intermezzo'S .
Wie bei der Landung , so wurden auch aus dem Zuge , sobald man in die Nähe von Reisenden oder eines Dorfes kam . LivatS auf Deutsch - land ausgebracht uud mit drolligem Enthusiasmus ließen die Gefangenen die deutschen Soldaten , welche so tapfer gekämpft und auf Jene geschossen , hoch leben . Ein großer dänischer Matrose rief von Zeit zu Zeit im Nor , überziehen den Dorfbewohnern oder Reisenden zu : „ Nu gan de hele dauske Marine til Jerusalem ! " «Nun geht die ganze dänische Marine nach Jerusalem ) . Der Kerl amusirte sich offenbar selbst bei der großen Marine - Gefangenen - Zahl von 1023 Mann , die ihm wohl als „ de hele danske Marine " vorkommen konnte . Werden die Dänen diese „ hele danske Manne " nicht auch wie den „ tappere Lantfoldat " besingen ? Ein Augenzeuge , der diesen tragikomischen Zug von Eckernförde nach burg begleitete , erzählte uns noch , daß mau sich in den bunten Gruppen überall selbst über die unglückselige Niederlage der Danen lustig gemacht habe , wie denn ein Kerl , eine alte Violine spielend , vorausgegangen sei .
AlS die Marine - Gefangenen vom „ Gefion " am sttillcn Freitag in Rendsburg angekommen waren und aufgezählt und einregistrirt wurden , da gaben einige der gefangenen Dänen selbst an . daß dann , wenn nur so viele geblieben nud nur so viele gefangen feien , noch fünf Mann

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