10
an die Fregatte , fanden aber an ihr keine Leiter ausgehängt , sondern Bartelsen sah sich genöthigt , an einem zufällig herabhängenden Strick daS Deck zu erklettern , woselbst er nach dem Kommandeur des Schiffes fragte . Zu dieCaiüte durch einen Officier geführt , forderte er den Ea - pitän Meyer auf , sich nebst einem andern Officier nnd 25 Mann zu er - geben und ihm zu folgen . Auf die Anfrage , von wem der Befehl komme und wie der Kommandant von Eckernförde heiße , erwiederte er mit ßer Geistesgegenwart : . . den Namen desselben wisse er freilich nicht , wohl aber kenne er den Befehl und müsse dieser sofort ausgeführt werden . " Da die Officicre zögerten und man auf der Batterie für Bartelsen fürchtete , so wurde eine ttugd hingesandt , was zum Abschluß der Sache trieb , indem Bartelsen mit dem erneuerten Heuer der Batterien gedroht hatte , falls man sich nicht ergäbe . Die Matrosen wurden ? on ihm beruhigt , daß ihnen kein Leid geschehen solle und Bartelsen führte mit seinen t Begleitern die beiden Offieiere und ihre 25 Mann an das Land , um & ' / « Uhr zum Bürgermeister und von da zum Herzog von Sachsen - Coburg - Gotha . Jetzt kam eS noch darauf an , die Gefion in den Hafen zu bringen ; freiwillig wollte Reiner dazu Hand anlegen und erst , als ein Adjuvant des Herzogs dem Bartelsen 1000 Mark zur Disposition gestellt hatte , gelang es letzterem mir Beibülfe von Schiffern aus Cappeln und ArniS , welche vordem sich mit der Rettung der Mannschaft aus dem Linienschiff beschäftigt hatten und unter Assistenz der Marineeomite in Kiel , welche sich um l Uhr noch einfand , die Fregatte Morgens 5 Uhr an die Brücke von Eckernförde zu führen , woselbst dann die übrigen Gefangenen ausgeschifft wurden . Die Gefion hatte noch 150 Gtfunde und 100 Verwundete an Bord und wurde sofort mit 250 deutschen auö Holtenau herbeigeeilten Matrosen unter dem Befehl deS Capitän Donner und Lieut . Niars besetzt .
Sehen wir uns jetzt nach dem Linienschiffe um . Während eifrigst unter Anleitung deS am Schiffe gcblicbnen wackern Preusser , mit Rettung der Mannschaft fortgefahren wurde , ereignete sich daS Entsetzliche , nach der Aussage einiger Gegangenen durch die Berzweifelunq eines dänischen Scekadetlen veranlaßt . Um ? ' / « Uhr sprang plötzlich daS Linienschiff in die Lust , indem die noch am Bord befindlichen « , 000 Pfund Pulver in Brand geriethen . Die Erplosion , welche man in Schloß Gottorf hören konnte , war über alle Beschreibung furchtbar und wurde verkündet durch daS unfreiwillige Entladen der Kanonen . Eine lichte Feuersäule , breit wie daS Schiff , stieg empor , der ganze Hafen glich einem Flammenmeere ; Segelwerk , Taue , Trümmer , Alles brannte in der Luft und bildete mit Gewalt und enormer Geschwindigkeit ausgeschleuderte Feuerschlünde , in denen auch einzelne Menschengestalten sichtbar wurden . Durch den Druck der obern Luft nahm eS fast die Gestalt eines ausgebreiteten Schirmes an ; einige Bomben und Granaten zerplatzten noch in der Luft . Ein schwarzgraueö Gewirre schwebte etwa eine Biertelstunde in der Richtung nach dem Sandkruge dicht und fürchterlich in der Luft . Ein Augenzeuge berichtet : «Die dicksten Taue waren wie Bindfaden zerrissen und die sten Balken kamen in ganz kleinen Splittern herab . Das fürchterliche Gekrach , das helle Licht , wclckeS die Oberfläche deS Hafens mit einem eigenthümlichen Lichte noch mehr erleuchtete , die Bewegung deS WasserS durch den Fall von Taufenden von Schiffstrümmern , und Gebeinen so - wohl der Menschen als der Thiere , welche noch auf dem Schiffe waren , brachte alle ttricger und Zuschauer in eine Art zagenden VerstummenS . ES war ein Grab , mit Blitzesschnelle für fast drittehalbhundert Men - sehen bereitet . tiOOO Pfund Pulver waren in der Pulverkammer gewe -

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.