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DaS große Werk war gethan , das Ungeheuere geschehn . Der Stolz der dänischen Manier durch wenige Kanonen vernichtet !
Unermeßlicher Jubel hallt in die Lüfte , Menschenmassen strömen hin , die Siegerin , die Süvbatlerie , zu begrüßen . Die wackern Kanoniere hatten von dem gewaltigen Donner der Geschütze völlig das Gehör ver - loren , als die ersten Bürger und Soldaten jubelnd in die Batterie drangen , die kleine Mannschaft , welche nur beim Glühen der Kugeln noch von einigen Infanteristen unterstützt und bedient war , zu beglück - wünschen . Die Feder ist zu schwach , diese rührende , ergreifend - freudige Seene zu sckildern und mancher Bürger von Cckernsörde sagt noch jetzt : , . CS ist unglaublich . Gott oder daS Schicksal müsse mit uns gewesen sein , den Hochmuth der Danen zu demüthigen " . Bon den Pickelhauben , ja von den Gesichtern konnte man den dicken schwarzen Pulverruß förmlich abscbaben , von dem blanken Messing an der Pickelhaube war nicht das Geringste , kaum die bunte Erhöhung des Wappens , zu sehn !
Da aber das dumpfe Gerücht ging , ras Linienschiff brenne im Innern seit mehreren Stunden unc drohe aufzufliegen , so galt es , die Mannschaft zu retten , welche man im ersten Taumel der SicgeSfreude förmlich vergessen zu haben schien . Da indessen mehre Schissscapilaine aus Cappeln . AnuS unv Schleswig das Tressen den ganzen Tag über mit angesehn hallen , so beeilten sich namentlich Capilain Barrelsen . die Gebrucer Bernhardt , Mayer , Lenningsen , Eberhard ! und Ändere den Commaudeur nebst Officicren und Mannschaft vom Christian an'S Land lu holen . Bartelsen begab sich deshalb mit dem wackern Oberfeuerwerker Preusser auf dao Verdeck des Linienschiffes und überbrachte dem Com - mandeur ein Schreiben , worauf dieser , nachdem er uähere Erkundigungen eingezogen hatte , mit mehreren Kameraden an'S Land gebracht wurde . In - dem der Commandern : , auf Bartelsen's Aufforderung , durch die Brandung an's Land getragen wurde , mußten die Matrosen bis an die Brust durch das Wasser gehen . Während Bartclsen aus dem Schisse war , wurde ihm gesagt , daß eS im Schisse brenne . Cr begab sich in die untern Räume und sah es an vier Stellen brennen . Cr berechnete , indem er sich die Pulverkammer zeigen ließ , daß der Brand bis 12 Uhr dauern könne , bis das Feuer der Pulverkammer sich nähern würde und äußerte später , daß das Feuer noch fernerhin an einer andern Stelle ausgebrochen sein müsse . Die Mannschaft will freilich behaupten , daß ein verzweifelter Seckadett Feuer an die Pulverkammer gelegt habe . Der Gedanke an eine Rettung des Schisses siel Niemand ein . Vom Linienschiff wurden nachher noch Viele gerettet . Capitata Krieger , welcher auf Paludan's Ordre am Schisse bleiben sollte , bis der letzte Mann gerettet wäre , ist ein Opfer feiner Pflichttreue geworden . Einige wollen behaupten , daß noch 200 Mann mit dem Linienschiff den Untergang gesunden hätten , allein spätere Nachrichten reduciren die Zahl auf einige 8t ) Menschen . Nachdem Bartclsen und Preusser sich dahin verständigt hatteu , daß die - ser auf dem Schisse bleiben solle , aber Bartelsen's Aufforderung , die Böte in die See zu lassen , von Seiten der Dänen nicht Folge gegeben war , verließ Bartclsen das Schiff mit Capt . Paludan , welcher seinen Degen dem Herzog von Sachsen - Coburg - Gvlba überlieferte . Nachdem dies ge° sckehen , forderte Bartclsen die am Lande Stehenden aus , sich mit ihm nach der Gcsion zu begeben , um ebensalls den BrfchISdabcr zu holcn . Niemand meldete sich , indem sich die Eckernförder Fischer fürchteten , bis der Capitän Peter Petersen aus Sonsacker in'S Wasser sprang und sich zu Bartclsen in'S Boot begab . Diesen Beiden schlössen sich noch der obenerwähnte Meper und zwei Fischer auS Wesebpe an . Sie schifften

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