Full text: Deutliche Abhandlung nebst einer allgemeinen Charte von dem bevorstehenden merkwürdigen Durchgang der Venus durch die Sonnenscheibe am 3ten Junii dieses 1769sten Jahrs

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in ihrer grössern Bahn sich nicht so geschwinde wie dieselbe beweget , so erkennet man leicht , daß uns die DenuS von Morgen gegen Abend durch die Sonne sich zu bewegen scheinen müsse . 
Die Venus kommt jedesmal nach Verfliessung von 585 Tagen zwischen der Erde und der Sonne zu stehen . Um nun einzusehen , warum die Venus nicht allemal in diesem Zustande , sondern so sehr selten vor der Sonne gesehen wird , muß man nur solgendes anmerken : Die Bahnen der Planeten lie - gen nicht in der Fläche des Kreises , worin» sich die Erde um die Sonne wälzet , welcher die Eeliptie genennet wird , sondern machen verschiedene Winkel mit derselben . Mit der einen Hälfte erbeben sie sich über die Fläche der Ccliplic aufwärts ; und mit der andern Hälfte neigen sie sich unter derselben . Diese Seigung ist bey jedem Planeten unterschieden , und die genaue Angabe derselben ist hier entbehrlich . Die beyden Puncte , wo sich jwey gegen einander auf erwähnte Art neigende Cirkel berühren , sind in den Bahnen der Planeten und der Eide diejenigen , welche man die Nodi oder Knoten nennet , in wel - chen der Planet in der Fläche der Eeliptie stehet ; je weiter er aber von einen dieser Puncte in seiner Bahn entfernt ist , desto grösser ist der Abstand desselben über oder unter der Fläche der Eeliptie , welchen man feine Breite nennet . Damit nun die Venus zur Zeit ihrer untern Zusammenkunft mit der Sonne vor der - selben erscheinen soll , so wird erfordert , daß dieselbe alsdenn einem ihrer Knoten nahe stehe , damit nicht die erscheinende Breite der Venus den halben Durch - 
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