Full text: Der lustige Tag, oder Figaro's Hochzeit

Vorrede 
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da» nicht von ihrer Tugend und von dem Eifer zeugt , mit welchem sie ihren Pflichten zugethan ist ; sie erlaubt sich nur eine List , und die ist zum Besten einer Geb , ethe» rin , die ihre Ergebenheit zu schätzen weiß und deren Gc - sinnungen löblich und anständig find . 
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Wie komt es , daß Figaro , bei allen Freiheiten die er sich mit seinem Herrn nimt , anstatt Unwillen zu er - regen , belustiget ? Weil er 5as Gegentheil der gewöhnli - chen Bedienten im Echaiispicle , und , wie sie wissen , nicht der schlechte Kerl im Stücke / ist . Er sieht sich , vermöge seines Standes , genölhigt , dem Angriffe List entgegen zu feeen und man verzeiht ihm alles , so bald man sieht , daß er seinen Herrn bloß überlistet , um den Gegenstand seiner Liebe zu schützen und sein Eigenthum zu retten . 
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Auf die Art handelt in diesem Werke ein jeder , den Grafen und seine Gehülfen ausgenommen , wie er soll . Man hätte höchst unrecht sie für schlechte Leute zu ballen , weil sie einer dem andern Uebels nachsagen . Wie machen es die ehrlichen Leute unfers Jahrhunderts ? sie bringen ja ihre ganze Lebenszeit damit zu . ES ist so ge - bräuchlich ohne alles Mitleid von den Abwesenden Uebels zu reden , daß ich , der ich mich immer ihrer annehme , oft um mich herum brummen höre : welch ein wunder , licher Mann ! wie widersprechend ! er sagt von der ganzen Welt Gutes . 
Aergert sie mein Page ? und sucht man vielleicht die Un« sittlichkeil , worüber man meinem Werke Vorwürfe macht ,
	        
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