Full text: Der lustige Tag, oder Figaro's Hochzeit

V ovride 25 
Euch rutt ich zu Zeugen , ihr jungen Unglüklichen , deren Schilfa ! euch mit Almavwao verbunden hat ! ver - mögtet ihr immer eure Tugend von eurem Unmuthe zu unterscheiden , wenn nicht irgend eindringendes Anliegen , das ihn zu zerstreuen zu emsig bemüht ist , euch erinnerte , daß es Zelt sey für sie zu kämpfen ? der Unwille , das Herz eines Mannes verlvhren zu haben , rührt uns nur wenig ; ein so persönliches Leid ist lange noch keine Tugend ! Was uns an der Grafin gefallt , ist , daß sie eine angehende Neigung , die sie selbst tadelt , und einen recht - mäßigen Zorn sreimüthig bekämpft . Ihr unabläßiges Bestreben , ihren lGatten wieder auf rechte Wege zu bringen , setzt die mühsame Aufopferung ihrer Neigung und ihres Zorns in das vorlheithaflcste Licht , io daß es keiner weiter» Ueberlegung bedarf , ihrem Siege Beifall zu geben ; sie ist ein Muster der Tugend , ein Eremvel für ihr Geschlecht und der zärtlichsten Achtung des unsrigen würdig . 
Diese Metaphysik der Sittlichkeit der Ecenen , dieser bestättigte Grundsatz alles theatralischen Anstandes , hat unsern Richtern bei der Vorstellung nicht eingeleuchtet ; es wäre also vergebens , wenn ich mich mit deßen Ent . Wickelung und den daraus zu ziehenden Folgerungen be - schäftigen wollte , ( ein unbilliges Gericht überhört die Vertheidigung des Verklagten , den es zu verdammen sich anheischig gemacht hat . Meine Gräsin ist nicht bei dem Parlamente der Nation verklagt : eine Commißion ist ihr Richter . 
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Einige Skizze ihres liebenswürdigen Charakters finden sich in dem fürtrcflichen Stücke das den Titul führt :
	        
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