Full text: Der lustige Tag, oder Figaro's Hochzeit

Vorrede 
meiner Seele ! tfie Vorsehung ist doch gerecht ; fic haben hier im Lande so viel dergleichen gemaclft , daß endlich auch d»e Reihe an sie — 
Diese grundliche Moralttät herrscht durchgängig im ganzen Stücke , und wenn es dem Verfasser gelegen wäre , seinen Gegnern zu zeigen , daß er , mitten unter den stren , gen Verweisen die er jhm giebt , die Achtung tue den Schuldig«» weiter getrieben hat , als sich von der Kühn - heil seines Pinsels vermuthen ließ , so würde er sie bitten zu bemerken , daß der , an allen seinen Entwürfen gchin . derte , GrasAlmaviva immer gedemüthiget , aber nie ver - achtlich gemacht wird . 
Denn gesetzt , daß die Gräsin , in der Absicht ihn zu hintergehen , durch Hinterlist seine Eifersucht fern suchte , so wäre sie selbst strafbar und ihr Gemahl , indem er sich zu ihren Füßen würffe , wäre verächtlich ; ihre lasterhaften Gesinnungen zerrissen alSdann das ehr» würdige Band das sie verbindet und dann könnte man dem Verfasser vorwerfen , er hätte tadelhafte Sitten ge - schildert ; denn unsre Urlbeile über die Sitten beziehen sich immer auf das Frauenzimmer ; man hat nicht Achtung genug für die Männer , um von ihnen , in einem so ki ? » lichen Punkte , ein gleiches zu sodern . Nun aber ist die Gräfin von einer so niederträchtigen Absicht weit entfernt , und man hat in diesem Werke fürnemlich darauf gesehen , daß auch nicht einer den Grafen wirklich hintergehe ; jeder sucht nur zu verhindern , daß n , cht alle Welt von ihm hin , tergangen werde . Die Lauterkeit der Absichten sichert die Mittel , die man anwendet , vor allen Vorwürfen ; die
	        
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