Full text: Der lustige Tag, oder Figaro's Hochzeit

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V orrede 
Mliß mich wohl selbst anführen , denn ich bin es , den man angreift ) als ich die Eugenie auf tou * Theater brachte , spieen alle geschworene Herolde der Sittsamkeil Feuer und Flammen , daß ich einen lüderlichen vornehmen Herrn hatte darstellen dürfen , der feine Bediente als Priester verkleidet , und der sich stellt , als heiralhe er eine junge Perfon , die schwanger auf dem Theater erscheint , ohne verheirathet zu sev» . 
Ohngeachtet ihres Geschreies wurde das Stük , wo nicht für das beste , doch für das sittlichste Drama gehalten ; es wurde auf allen Theatern aufgeführt lind in alle Sprachen übersezt . Vernünftige Leute haben gefunden , daß die Moralilat und das Interessante des SlükS durch den Mißbrauch befördert würde , den ein vielvermögender und lasterhafter Mann von feinem Naiuen und von seinem Credit macht , um ein armes , aller Hülse beraubtes , betrogenes , tugendhaftes , verlassenes Mädchen zu quälen . Auf die Art hat man alles Nüzliche und Gute daß sich darin findet , dem Muthe des Verfassers zu danken , der es wagen durfte , die Unähnlichkeit der Charakter mit fo abstechenden Farben zu schildern . 
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Nachmahls verfertigte ich die beiden Freunde . In' diefem Stüke gesteht ein Mann feiner vorgeblichen Nichte daß sie feine uneheliche Tochter fei . Dies Drama ist gleichfalls fehr moralisch , denn der Autor bemüht sich , ausser den Aeusserungen der vollkommensten Freundschaft , die Pflichten anzngeben , die uns die Natur , in Absicht auf die Frucht einer vorigen Liebe , auflegt , welche die strenge Härte des in der menfchlichcn Gesellschaft sestgesezten
	        
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