Der Todtentanz
in der sogenannten T o d t e n k a p e 11 e der S t . Marienkirche besteht aus einer zusammenhängenden Weibe von Gemälden auf Ltinewand , welche den Tod darstellen in vier und zwanzig verschiedenen Stellungen , wie er Personen aus allen Standen zuin Tanze auf - fordert . — Ein Tod , als Fldtenbläser , schreitet voran . Ein anderer Tod eröffnet mir dem Papste den Tanz ; ihm folgt ein dritter , den Kaiser an der Hand ; an die - sen reiht sich ein vierter mir der Kaiserin , dann wieder ein fünfter mir dem Cardinal und so fort , stets ab - wechselnd , ein Tod und ein Sterblicher , nach Rang und Stand geordnet , herab bis zum Kind in der Wiege , das den bunten Neigen beschließt . — Die Figuren sind in Lebensgrösie dargestellt . Im Hintergründe erblickt man unter andern Darstellungen der Umgegend , auch eine Ansicht der Stadt Lübeck .
Das Gemälde war schon 14G3 vorhanden , und ist in den Jahren 1588 , 1 ( 542 , 1701 , 1753 und 1783 aufgefrischt . In der trefflichen Zeichnung und der sin - yigen Anordnung desselben , glaubte man sonst wohl einen Holbein zu erkennen , und ließ sich in dieser Lenmuhung durch die Inschrift : Px . Ho . 1463 . stärken . Allein die Inschrift selbst klärt den Irrthum auf , da Holbein erst 1498 geboren wurde . Sic ist ohne Zweifel in späteren Jahren hinzugefügt und aus diesem Grunde auch bey der letzten Erneuerung wieder ausgelöscht .
Bis zum Jahre 1701 standen unter den einzelnen Figuren des Gemäldes plattdeutsche Reime . Doch moch - tai sie durch die Länge der Zeit wol unleserlich gewor - den seyn , da selbst die Chronikenschrciber sie uns nur unvollständig noch erhalten haben . An ihre Stelle setzte man damals die gegenwärtigen hochdeutschen Verse von Nathanael Schlott . — Um beide miceinan - der vergleichen zu können , sind auch die plattdeutschen Verse , so weit sie noch bekannt , hier aufs Neue wieder abgedruckt .

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