Full text: (Teil 1)

XXXII 
Musenalmanach auf 1776 . 
sie dann übergehen zu Spencers Fairy Queen , zu Shastesbury und einigen Tragödien ; auch für die Aneignung der Griechen meinten sie dort Muße und Gelegenheit zu finden . Tie beiden Boie hielten noch aus ; Overbeck und Elosen desgleichen ; aber es war doch nur ein Schatten vom Bunde , was übrig geblieben war . 
Der Zufall wirkte mit , um auch das Ende der Göttinger Zeit noch durch einen hellen Sonnenstrahl zu verklären . Ende März 1775 war Miller noch einmal zum letzten Abschied zurückgekehrt ; da erschien un - vermutet am 3 . April Klopstock aus der Rückreise von Karlsruhe , wo er es nicht lange ausgehalten hatte , in der Mille seiner Verehrer . Wieder ein Tag der Pläne und Träume ! Miller begleitete ihn nach Hamburg , wo denn , als einige Tage später auch Voß Göttingen für immer verließ , ein kleiner Kreis der Bundesglieder sich zusammenfand . Voß , Miller , die beiden Stolberge reihten sich um den Meister . So ging in Hamburg zu Ende , was in Göttingen begonnen hatte . r - * 
Von seinem Wandsbecker Winkel aus , wo er in Claudius' Nähe sich niedergelassen hatte , traf Voß nun alle Anstalten , um den Almanach für 177G zusammenzustellen . Boie hatte ihm denselben willig überlassen ; Voß beschloß ihn in eigenem Verlage herauszugeben , hatte aber nicht nur mit dem Göttinger Konkurrenzunternehmen zu kämpfen , für welches Dieterich in Göckingk einen Redakteur gefunden hatte , sondern mußte auch eine Reihe vergeblicher Schritte thun , um ein dänisches Privilegium zu er - langen , wobei die Stolberge ihm behilflich waren . Endlich ließ er ihn in Lauenburg erscheinen unter dem Titel : „ Musenalmanach für das Jahr 1776 von den Verfassern des bisherigen Göttinger Musenalmanachs . Herausgegeben von I . H . Voß . " Mit wenigen Ausnahmen wird er fast nur von Bundesinitgliedern und deren Freunden gefüllt ; die Stürmer und Dränger treten stärker an Zahl als früher hier mit den Göttingern vereinigt auf , und worauf Voß besonderes Gewicht legte , fast alle erschienen unter ihrem vollen Namen . Goethe mit 2 Gedichten : „ Der Kenner " ; „ Kenner und Künstler " ( G . ) ; Lenz desgleichen : „ Poetische Malerei " ; „ Der Archipelagus " ; Klinger ( K . ) und Kayfer mit je einem ; der Maler Müller weist alle Richtungen seiner Lyrik auf . Von Klopstock wurde wieder ein Fragment aus „ Hermann und die Fürsten " an die Spitze gestellt ; zwei schwächere Oden „ Warnung " und „ Klage " folgten . Hölty hat einen ganzen Schatz von lieblichen Liedern hier aufgespeichert : unter andern „ DaS Traumbild " ; „ Die Liebe " ( „ Diese Erd' ist so schön " ) ; „ Trinklied " ( „ Ein Leben wie im Paradies " ) ; „ An den Mond " ( „ Was schauest du so hell und klar " ) ; , , Elegie bei dem Grabe meines Vaters " ; „ Ballade " ( „ Ich träumt' , ich wär' ein Vögelein " ) ; von den ebenso zahlreichen Liedern Millers sei das . . Abschiedslied an ESmarch " und „ Der Todesengel am Lager eines Tyrannen " hervorgehoben ; laut ertönt der Ruf »ach Rache aus der grasten Phantasie . F . L . von Stolberg bringt einige seiner gelungensten Gedichte dar . Prächtig rauscht „ Der Felsenstrom " dahin , dem sich „ Der
	        
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