Full text: (Teil 1)

Musenalmanach auf 1773 . 
XI 
tritt als „ Chineser " auf : * ) In der Elegie „ Vou - ti bey Tsin - nas Grabe " sind chinesische Worte eingemischt und das chinesische Sonnett Tcheou schwärmt von Zimmetlüstchen und Pomeranzengründen ! hingegen soll desselben Dichters Elegie „ An Elisens Geist " eine Nachahmung Petrarkas sein , während E . F . Cramer eine Episode aus Petrarkas Leben behandelt , wie dies bei den Stürmern und Drängern später beliebt wurde . Von Gleim sei die satirische Ballade aus älterer Zeit ( 17 . '> ! « ) ^ . IunlcrHans " hervor - gehoben , weil sie möglicher Weise aus die Rittergedichte Fr . L . StolbergS eingewirkt hat ; in Gleims Romanzenmanier besingt ein gewisser Flügge eine „ klägliche Mordgeschichle , welche sich nahe bei ) einem Kirchhose zugetragen . Den 30 . Juli >771 " - , aus Gleims Schule stammen serner Klamer Schmidt und Fr . Schmitt ; Gemmingen , Eschenburg , Gerstenberg , Gotter , Knebel sind vertreten ; Götz hat unter anderem in Anknüpfung an Bions Vogel - steiler eine reizende kleine „ Idylle " beigesteuert , welche uns wie Blums Schäferidylle „ Philaide " im selben Almanach auf Vossens Lieblingsdichtart vordeuten mag . Von Herder bemerken wir eine Übersetzung auS Percys Reliques : „ Aus dem Gefängnis " und in den beiden Liedern eines Ge - sangenen ( von Joh . Ludwig Huber ) glauben wir einen Vorklang von Schubarts Gefängnisliedern zu vernehmen . Boies Schützling Thomfen erscheint wieder mit einem ; ebenso Boß ( unter der Chiffre Vß und X ) mit vier ( ^dichten ; der Wandsbecker Bote hat mit vier Liedern herhalten müssen . Bürger erscheint unter seinem Rainen mit den Gedichten „ An die Hoffnung , Tanklied , Minnelied , Tie Minne " . Die Anmerkung zu den letzten beiden Gedichten weist auf die Wiedererweckung des Minnesanges in denselben hin ; Epigramme hat er unter X versteckt . Von seinen eigenen Produkten hat Boie weniger als im vorigen Jahre ausgenommen ; dagegen erscheinen zum erstenmal ? vier Göttinger Dichter : Hölty , Miller , Cramer und Hahn ; von dem ersten unter seinem Namen : „ Bei dem Tode einer Nachtigall " , „ An die Phantasie " und „ An Tcuthard " ; unter der Chiffre v . I , . : „ Der Misogyn " ; von Miller unter der Ehrissre I . . : „ Klage» lied eines Bauren " und „ Lob der Alten " ; dann sein Gedicht an Hahn : „ Minnehold an Tcuthard " ; von Hahn das Antwortgedicht : „ Tcuthard an Minnehold " und unter der Chiffre Td . : „ Sehnsucht " . Auch Schönborn ( Sei , . ) ist ein neuer Sänger mit seinem „ Lied einer Bergnymphe , die den jungen Herkules sähe " . 
Obgleich Wieland im Kreise der jungen Schar vertreten war , so machie ihm der Almanach keinen günstigen Eindruck . Er wünscht im Januar 1773 von dem Giestener Professor Chr . H . Schmidt ein recht sein ausgearbeitetes kritisches Sendschreiben über das damalige Barden - Unwesen und meint gegen die Geschmackverderber , gegen die Klopstocke und ihre Nachahmer u . s . w . müsse man die Peitsche gebrauchen . Wahrscheinlich 
* ) Vgl wie iiderhaupt zu diesem Uuseiialmanach den Blies Boie ! an Änedtl 27 . Aug . 1772 ; Aua Äntix'l» Nachlaß I , 135 .
	        
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