Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

i . ZheilS I . Cap . bei Landes Dithmarschen . j 
fttter , Husumer , Stapelholmer . Ins Osten oder da dieEyder abweichet , ist mt kleine Äwe die Gieselaw Landscheide genandt , dann eine Linie nechst an den Fluß Wilster , so Wackenbeck und Sprant genennet wird , schließlich das wüste Mohr nach dem Ausgange des Holsten Grabens . Insgemein aber ist Dithmarschen ins Osten mitGraben und morastigen jumpfigten Orten von Holstein bt , also daß nur ein eintziger Weg , wodurch man zu Wagen oder zu Fuß in Dithmarschen kommen kan . Wie nun erwchnter Massen die Elbe , West - See und Eyder der Dithmarscher gefährliche Nachbahren , also haben sie zuBe - schützung ihres Landes , und damit eö nicht durch die tagliche Ebbe undFluth von dem fachen Wasser überschwemmet werde , starcke Teiche rund umher ausgefüh - ret und selbige mit eingelegten Schleussen oderSylen versehen , wodurch sie in KriegeS - Zeiten die Marsch unter Wasser setzen , und das überflüßige Regen - oder S6 ) nee - Wasser , so von der hohen Geest sich hinunter ziehet und über die Gra - den sich erhebet , wieder loß werden können , denn durch solche Schleussen , so die 
fluch zumachet , die Ebbe aber wieder erösnet , wird das Wasser wieder in die lbe , See oder Eyder abgeführet . 
Grösse . Dithmarschen ist nur ein kleines Land , denn in der Länge von Sü - den ins Norden , als von Braunsbitttel bis Lunden , ist es ? : in der Breite , als von Busum , welches der westlichste Ort ist bis AlverSdorp , sind kaum 4 Mei - len ; und stehet es anjetzo in der Landes Matricul auflas Pflügen oder 32000 Morgen Marsch Landes , wiewohl kaum der dritte Theil desselben gm Marsch - Land ist , hat man sich also billig zu verwunden , , wie eS möglich gewesen , daß ein so kleines Land sich in unverrückter Freyheit etliche Hundert Jahre gegen mächtige Könige , Fürsten und Grafen äelenäiren können . 
Fruchtbahr . So klein aberdas Land , so ftuchtbahr ist es hinwieder , da der All - keit . mächtige GOtt einen solchen reichen Seegen auf dieses Land gele - get , wieaufeinenOrt in Teutschland ; also daß es nicht allein einen grossen Vorrath zu selbst eigener Unterhaltung hat , sondern eS werden auch andere Lan - der von ihrem Ueberfluß zum Theil unterhalten , denn es nicht unbekandt seyn kan , welche grosse ( Quantität an Korn als Weihen , Rocken , Gärsten , Habmt , Buchweitzen , Raepsaat , Erbsen und Bohnen jährlich in stembde Länder , als 0 Bremen , Hamburg , Holland : c . verkauffet und transportier wird . So müssen die Nachbarn auch die schönen fetten Rinder , Schaafe und Gänse , welche jähr - lich dahin gebracht werden , rühmen , denn wie allenthalben , insonderheit in der Marsch , schöne We» ) den oder Grasungen seyn ; so ist nicht allein davon , nemlich von gemäßtem Vieh ein grosser Ueberfluß , sondern es wird auch eine grosse Men - ge schöne Käft And Butter gemacht und verfahren . Zu dem ist auch kein Man - 
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