Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

[ SV . Cap . I M . ZhetlS V . Cap . 
Reues Land - Recht . 
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nen Rechten , nicht sonderlich bewandert , so ist die Verordnung und Beliebung gemachet worden , nach dem sie . Vormittags ihre particulair - Angelegenheiten würden abgethan haben , der p . t . Land - Voigt und Landschreiber vondenzwey jüngsten Predigern , nomine des gantzen Synodi sollen zm Mahlzeit eingeladen werden ; welche den Nachmittags die Confiftorial - ( Sachen vornehmen , denen Rechten gemäß decidiren , und ordentlich zu Protocoll bringen helssen . Wann aber ein Prediger wegen gefahrlicher Lehre oder eines ärgerlichen Lebens berüch - ttget , Fifcalitcr angeklaget werden soll ; als dann wird ein besonders Gericht , so das Septemviral ®crirf ) t genannt wird , conftituirct , welches aus dem Land - Voigt , Pnepofito , Landschreibern , 2 Prediger und 2 Kirchspiel - Voigten be - stehet . Diese decidirm nach reifer Ucberlegung der Sachen ohne einige pellation oder Confirmation , es wäre dann , daß Delinquenz mitigationem Pocna : suchen wolte . 
Das Land - Recht , so die hohen Herrschafften Ao . 1^67 Sonntags nach omnium8an<Änrum gegeben , gründet sich hauptsächlich auf dem alten Dich - marscher Land - Recht de Anno 1447 , in so weit es recht , billig und unsträflich befunden worden : was aber in selbigen der natürlichen Billigkeit und andern be - schriebenen vernünfftigen Rechten , zuwider ist , darin zum Theil calliret und auf - gehaben , zumTheil da es mangelhafft oder undeutlich , ist es aus dem natürlichen , Sachsischen und allgemeinen beschriebenen Rechten verbessert und ersehet . Und da envan ein oder ander Cafus vorkommen möchte , der in diesem Land - Recht nicht deutlich decidiret , hat die hohe Landes - Herrschajft nicht ermangelt durch heilsahme Conftitutioncit nachhero dessen seine abhelfliche Maasse zu geben , und allein Unwesen , Landes - VaterlicherVorsorge nach , jeder Zeit zu begegnen ; Wann aber in diesem allen keine Verfügung geschehen , so sollen die Gerichts - Personen , sid ) nach dem Sächsischen Rechte richten : und wenn darinnen nichts ausdrückliches versehen , müssen sie die gemeine beschriebene Rechte folgen , beste - hehievon den izs Articu ! , welche Ordnung der Rechte auch die revidine Laud - Gerichts - Ordnung folget : wenn unter andern da part . 2 . t . z . § . also stehet : jedoch soll die Rechtl . Erkänntniß aufden alten kundbahren Landes - Ge - „ brauch , soderVernunffrund Billigkeit nicht zu wieder , oder des Heil . Reichs , , Ordnungen und Lonliitutionen nicht entgegen , gegründet : in Mangel aber , , einer solchen beständigen rechtmäßigenGewonheit soll nach demSachsenRecht , » geurtheilet ; Wäre aber derselbeFall , daraufgesprochen worden soll , darin nicht , , enthalte , so soll als in calu omiflo der Diipofition gemeiner beschrieben enRech - , , tenLefolget werden . Ausweichen erhellet , daß das^uz Civile sehr spät in diese , , Länder eingeflihret , da in Holstein 1522 nur nach demSachsen - Recht und in , , Schleßwigschen nach dem Law - Buch gesprochen worden . Mcur£ 1 . z . ttilt , , 
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