Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

122 Begräbniß II . ? hekls X . ( Ü2p . 
yuoapuäXenopkootcmLyru8uütur , re6äitur enim corpus terrT , 6c ita locatum ac fitum quafi operamento matris obtcgitur . Cüiciui 1 . 1 . de bello Ditmarf . c . 19 . 
Nachdem man aber erfahren wie Piinius schreibtt , daß bey weit entfernten Kriegen die Beerdigte von denen Feinden ausgegraben , und denen wilden Thie - ren zur Speise vorgeworffen worden , tteraclitus auch gelehret , daß alle Dinge aus dem Feuer ihren Uhrfprung genommen , und wiederum durch das Feuer müssen relol virct werden , fo hat man angefangen die Todten zu nen , welches Todten - Fener sich denn über die gantze Welt ausgebreitet . E6 haben aber die Cimbriiche Sachsen , worunter die Dithmarscher mit zu rechnen , diese Verbrennung der Todten nicht von denen Griechen , wie einige wollen , er - lernet , sondernder grosse Zauberer Vchin oder Ulodan , so vor Christi Geburch in denen Mitternachtigen Landern regieret , auch einige Zeit in dieser Gegend ge - herschet haben soll , hat ein Gesetz gegeben , und verordnet , die todten Cörper zu verbrennen , weil die menschliche Seele nicht fähig , che in ihren ursprünglichen Sitz bey den Sternen zu gelangen , sie wäre dann vorhero durch das Feuer von den Cörperlichen Unreinigkeiten gesäubert und gereiniget . Dieses Feuer hat bey den meisten Cimbren so lange gebrandt , bis es durch das Acht des heiligen Evaugeln erloschen . Welche Zeremonien aber bey solcher Verbrennung der Lobten in Dithmarschen beobachtet worden , davon finde ich in einem von einem guten Freunde mir communicjrten k^anuteripto zum Theil einige Umstände . 
Wenn jemand verstorben , hat man die Leiche mir ihren täglichen Kleidern , die sie bey lebendigen Lewe selbst getragen , bekleidet und mit einem Leinen Tuch , statt eines Mantels umhüllet , in der Meinung , ob würden sie diese ihre Leichen - Kleider mit sich nach jener Welt hinbringen und daselbst zu ihrer Nothdurfftge - brauchen . Die gekleidete Leiche ward auf einen Srcin oder Klotz gesetzt , als vb sie noch lebete ; nachdem ist eine Tonne Bier gebracht , welche von denen An - verwandten nebst ihren Priestern ausgesoffen worden , wobei ) dann die Pfaffen nicht vergessen , den Todten fleißig zuzntrincken ; Wie die Tonne Bier «usgelediget , haben die Pfaffen , gleich wie bey den Preußwenden in Gebrauch gewesen , ein erbärmliches Geheul angefangen , und den Todten gefragt : Er hatte ja eine schöne Frau gehabt , er hätte ja gut Korn und Fleisch zu essen gehabt , er hätte ja Holtz zum Feuer , und ein weisses Pferd daraufzu reiten gehabt , warum er dann gestorben ? Darauf truncken sie ihm noch einmahl zumValetzuund dachen , einen Gruß an ihre Verwandte und Freunde zu bestellen in jener Welt . Nach vollenbrachter solcherLeremome legten sie die Leiche in einen vonHoltz zu - samen geschlagenen und inwendig verpechten Kasten . In solchen Kasten gaben 
jje denen AttiMWN mitMwasstt imkchfl ! vderwas
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.