Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

v . Shells IX . Cap . Begräbnlß der Dichmarfcher . 12 , 
nur die geringste Nachricht davon zu finden ; denn von ihnen bekandt , daß sie die weissen Pferde vor heilig gehalten , und aus deren Sprung ihre Priester von dem Ausgang desKrieges zu weissagen gewohnt gewesen . Nach derBekehrung aber ist es eine unstreitige Warheit , daß sie den Bremer - Schlüssel in ihrem Wapen geführet , wie solches auch noch in den Kirchen - Fenstern zu Busum zu ersehen , und daraus zu erweisen , welchen sie zuletzt bey der Capitulation noch in ihren Z» sieget gebraucht ; Daß man aber auf dem Schloß zu Segeberg in das Fenster einenReuter zu Pferde als derDithmarscherWapen gesetzt , ist nur ihnen zum Schimpf und Spott geschehen , nicht aber daraus zu erweisen , als wen» die Dithmarscher schon damahlen einen Reuter zu Pferde geflchret . Denn sie hatten einen Bauren auf dem Pferde mahlen lassen , dessen ein Bein in lange« weilen ) und das andere Bein mit geschnittenen Hosen , in der lincken Hand einen Drösch - Pflegel und in der rechten Hand ein Schwerd haltend : daß er ohne Haupt gemahlet gewesen , dadurch haben sie vermmhlich mit andeuten wollen , daß es ein Land , welches ohne ordentliche Obrigkeit und Regiment , ohne Witz und Verstand von Bauren regieret würde . Nach Eroberung des Landes aber haben Ihr . Königl . Majest . von Dannemarck und die Hertzoge vonHollstein dem Lande Dithmarschen einen Reuter zu Pferde in das Wapen geschencket ; aus der Uhrsache , oder dahin zielend , daß sie dieses Land mit KÄegs - Macht über - zogen und bezwungen , wobey die Reuterey am tapfersten gefochten , und zu der Eroberung das vornehmste und meiste beygetragen , wie denn auch die fliegende Fahne oben aufden Helm eine gleichmäßige Muthmassung giebtt . Sonste» haben die 48 l^eaenttn vor Einnehmung des Landes ein Marien - Bild und ei * neu Heiligen in ihrem besondern Jnsiegelgebrauchet . 
" - '■ — ■ Das zehnte Capittel . 
Von denen Begräbnissen derer alten Dithmarscher . 
^^s haben die Dithmarscher in uhralten Zeiten ihre Leichen ordentlich zur «gr * Erden bestätiget und begraben , also der Erden wieder gegeben , was aus der Erden seinen Uhrsprung und Unterhalt genommen ; welcheGewohn - heil die Todten zu beerdigen , bey allen Völckern , sowohl Heyden als Juden , be - »dachtet worden , wie dann Cicero in seinem andern Buch de Legibus philofo - phiW . at ; mihi quidcq ) antiquiflimum fepultunc geuusid fuifle videturj 
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