Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

II . ? Heils VIII . Cap . der alten Dithmarscher . 117 
und gewebet worden . Von solchemTuch haben sie langeHosen , die ihnen fast auf die Füsse gehangen , getragen , also daß sie bey Sommer - Zeit keine Strümpffe be , nöthiget , sondern Barfuß gehen können . Wie denn auch nicht vor langer Zeit dieselben von den Alten getragen worden , aber Ao . 1500 in öffentlicher Munstcrung zu tragen bey Geld - Straffe verbothen , und sich mit ftembden Ge - wand zu kleiden verordnet worden . So haben die Manner bis jüngste Fehde 1559 lange Haare getragen , hernach aber erst angefangen , sich scheren zu lassen . 
Die Jungfern trugen vor Alters täglich am Sonntage und in Gesell - schafften unter dem Pehle auf dein Haupt eiirLedern Band oder Schnur , aus gestippelten weissen oder auch Schuster - Leder geschnitten , womit die Haare auf - gebunden , daß selbige nicht in die Augen sielen . Diese Schnur ist in eine Leinene und hernach in eine schwache seidene Schnur 3 Finger breit verändert worden . DerPehl ode . 'Zippel war etwa einesJingers ode ? anderthalb breit , ausGoldFell geschnitten , und jnit Pergament ausgesteiffet , daraufvergüldete Dreylings und Sechölings und imNackenzknpfferne erhabene verguldete Spangen gesetzet . Nachher nahmen sie Ohrts - und halbe Reichsthalers , ja sonderlich dazu gemach - te Pfenninge , daraufihres Geschlechtes Wapen gegraben , mltvergüldten sen Kräntzen umher , und im Racken drey verguldete silberne Rosen mit ange - hängten Ringen , welche die Nacken - Blumen hiessen . Die Haare flechteten sie an einem Wollenem Bande in 2 und im Süderstrand ineincFlecht , bundm dieselbe nicht um das Haupt , sondern liessen sie auf den Rücken niederhängen , becde Frauen und Jungfern , doch mit dem Unterscheid , daß die Frauen dieBän - der in einander schürtzeten , die Mädgens aber liessen eine federe besonders neben ein ander hängen . Anfangs war es nur eine rothe wollene Schnur , hernach eine kleine rothe oder Carmoifin seidene Schnur , und zuletzt ein roch oder schwach sei - den Band , z bis 4 Finger breit . 
Die Frauen trugen Pirete von braun Gewand mit 4 Orden , welches oben ein klein grün Teplin hatte zur tagliche Fliege , so hernach aus rothenSchar - lacken verfertiget wurde . Sie trugen auch wohl Granwercks Mützen - Hüllen , die sich recht ums Haupt schlössen . Wenn sie über Feld gienaen , trugen die Frauen und Jungfrauen Kageln , gecheilet von Farben , die lincke Seite von ro - then , die rechte aber von schwachen Tuch , welches auch die Frauen unter den Hoycken in der Kirchen trugen , an deren einen und rechten Seiten erstlich Tuch - Knöpffe , darnach Kupferne , und endlich vergüldete silberne köstlich ausgearbei - tele Knöpfe , ? 9 an der Zahl , und wie ein Tauben - Ey von Grösse hingen , die unterste Helffte der Knöpfe waren mitLauvercken kleinen Ringen undKörnlein ausgezieret - ; zuerst waren die Kageln nicht länger denn daß sie nur den na - cketenHalß vordem Winde und Hitze der Sonnen deckttn , nachher aber gm - 
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