Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

ll . TheitS VII . Cap . Befestigung deS Landes . 
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fchem geblieben , bis daß Meldorff undLunden Stadt - Gerechtigkeit von dem gantzen Lande erbethen , und erhalten ; da haben sie sich doch mngeringen Gra - ben und Wallen behelssen müssen , der Mauren nicht zu gedencken , geschweige denn zu erbauen ; Nach der Meinung Themiftoclis , fo bte Athcnicnfer leh - rete : patriam municipes eise , non moenia , civitatemque non in divitiis fcd in Ci vibus politam . Sie haben also keineVestungen im gantzem Lande gehabt , ausser was die bekandte Landwehren oder Linien vonderAu - Brücke bis nach Meldorffgewesen , als welche nur in schlechten ausgeworffenen Wallen und Ab - schnitten bestanden , den Feind von sernern Einfall in der Marsch abzuhalten , als deren Defenfion sie sich besonders angelegen seyn liessen . Diese Landweg ren wurden eigentlich in die Süder - und Norder - Hamme eingetheilet , somit 2 oder z doppelten Graben , an etlichen Otten vor der Marsch mitHöltzungen dick bewurhelt und bewaä ) sen , und gehet nur ein enger Weg von z Steinwurff breit durch solche Hamme , so noch dazu aufbeyden Seiten mit einem tiessenGra - ben versehen ist . Und da etwan einige Schantzen von denen Grafen , Fürsten und Königen aufgeworffen , so haben sie doch der ersten Gelegenheit sich bedienet , dieselbe zu Grunde wieder niederzureissen ; Was sie nun zu der Resolution ge# bracht , ist leicht aus der Historie und Zustand damahliger Zeiten abzunehmen^ denn so hielten sie die BefeMung eines Ortes ihrer alten und erfochtenen Frey - heit zuwider und höchst schädlich , dieweil sie sahen , wie sorgfältig sich die Fürsten erwiesen in Befestigung eines eroberten Orts , um denenDithmarschern dadurch ein Gebiß oder Zaum abzulegen , und wenn er befestiget / wie die Herrn darauf Motzet , welch Schade und Gewalt ihnen daraus zugefuget , und welche Müh * es gekostet , solche munimcnt» fervitii wieder zu erobern . 
2 . So ist ja bekannt , daß sie allemahl bey entgehendem Kriege sich aus d« Geest in die Marsch hinunter gezogen , und deren Erhaltung sich hauptsächlich gelegen seyn lassen ; Alldieweil die Marsch durch die viele tieffe Graben eine na - tüniche BeseMung hat , theils auch mit Hülsse der Schleusen das gantze Land in kurtzer Zeit unter Wasser gesetzet werden kan . Denn wenn die Geest , so al - lenthalben ein offnes Land , hätte durch Schantzen und andern Vestungen in Del'enllonzt Stand gesetzet werden sollen , so würde solches nicht allein viel Mü - he , Zeit und Kosten erfodert haben , sondern bey Empöhrungen und Kriegen dem Lande selbst schädlich und nachtheilig gewesen seyn , als wodmch ihre ohnedem kleine Anzahl zu sehr wäre geschwächte worden . 
3 . Sie haben also die Eintracht ihre beste Mauer und Brustwehr seyn las - sen , nach dem Anspruch 5aIul ! ii : concordia res parva : crefcunt & c . und wen sie auswärtige Feinde vermuthen gewesen , haben sie vorher alle einheimischen Zwie - spalt und Uneinigkeit abgechan , und Hey Seite gesetzet , um mit zusammen gesetzter 
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