Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

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Gastfreyheit 
n . THM IV . Cap . 
tlicfyr . Helmoldus sagt von il ; ncn : hofpitalitatis gratiam fe£bntur . Ist also von denen Dithmarschern sehr wohl und löblich in Acht genommen worden , was Julius L«5ar von den alten Tcutschen schreibet : Hofpites violarc fas non pu . tant , qui quaque de caufa ad cos vencrunt , ab injuria prohibent / an & osque habcnt : iis omnium domus patent , vi & usque communicatur . Und Taci - tus de moribus Germ : schreibet : Öonviöibus <5c hofpitiis non aliagens eflu - fiusindulget : quemeunque mortalium arccre te & o nefas habetur : pro fortuna quisque apparatis cpulis excipitur & c . So ist auch nach Pontani traft : de Con viviis Ausspruch bei ) allen Völckern , insonderheit bev denen alten Parsern , die Gast - Freyheit als elne rühmliche und löbliche Gewohnheit genau beobachtet worden : und ob zwar das übermaßige Trmcken von einigen dabev könnte als envas Lasterhafftes ausgesetzet werden , so wolle man betrachten , daß bev dergleichen Frölichkeiten die Alten so genau die Schränken der Mäßigkeit nicht haben obterviren können ; bey denen die Freundschafft und der Trunck ohne allen Betrug und Falschheit gewesen . So mag auch einiger Massen statt der Entschuldigung dienen , daß der sonst strenge und ernsthajße Plato bewilliget , daß man zuweilen mit Trmcken sich wohl ein wenig vergehen möge , weil etliche Laster durch Frölichkeit bey dem Trunck können gemildert werden , die mit der Strenge nicht zu comgiren . Lieset man doch Gen . 43 , daß Joseph bev der An - kunfft seiner leiblichen Brüder selbige herrlich traftiret , und ist insonderheit zu merken was Vers . Z4 stehet . Und man trug ihnen Essen für , aber dem Benja - min ward sunss mahl mehr denn dem andern , und sie truncken , und wurden trunckeu mit ihm . Da nun dieses dein Joseph wegen der übermäßigen Freu - de , so er durch die Aukunsst seines Brüdern Benjamin empfunden , vor keine Sünde gerechnet wird , warum solle denn auch nicht denen alten Dithmarschern vergönnet gewesen seyn , einen überfiüßigen Ehren - und Freuudschassts - Trunck den andern zuzubringen . Ich will aber keinesweges hiedurch denen Truncken - holden das Wort geredet haben , als welche eine sundliche Gewohnheit daraus machen , sondern ich rede von ehrlichen ehrbahren Leuten , wenn solche ausseror - dentllch ein poculum kilaritatis abstechen , und denn gilt auch das alte Dich - marscher Sprichwort : En ehrlict Wann fupt fuf rvohl enmahl duhn / «verst en Schalck * Hödel sict davor . 
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Das 
* du wnünfltigtr Mnsch .
	        

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