Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

II . ZheilS IV . Cap . der alten Dithmarscher . ioz 
denn güldene und silberneTrinck - Geschirr , und solche haben sie beyVerlöbnissen , Hochzeiten , Verträgen , und andern öffentlichen Gastereyen gebrauchet . 
Nach der Mahlzeit ist die Wirthin zu den Gästen mit einer weissen Schürtzen undsonsten wohl angekleidet in das Zimmer getreten , hat dieselbe freundlich gegrüst , und aus einer frischen Ksnne Bier , und frischen und unge - brauchten Schale zugetruncfen und starck genöthiget , man möge doch fleißig die Schale ledigen , bittet zuweilen ihre Freunde , sie mögen doch dieFrembden mit kragen ( i . c . nöthigen ) helffen . Die Wirthin bleibet auch bestandig vor den» Tisch stehen und wartet den Gasten mit auf , es sey denn daß eine Tochter im Hause , so das ^us kospiäi vor ihr in Obacht nehme , alsdann sie sich mit nie - versetzet , sind also bey den Dithmarschern , wie bey den Persern , llxorcs pi - gnushofpitii gewesen , unddabey man merckensolte , daß die Gäj^e einem an , genehm . Solchem Gebrauch nach , und ihre Liebe gegen die Gaste sehen zu las - sen , last die Wirthin ihre Söhne und Töchter nach gerade einkommen , welche , nachdem sie die Gaste ehrerbietig gcgrüsset , mit frischen Bechern , Schalen und Glasern denselben von neuen zugetruncken , und unaufhörlich genothiget , daß ih - ncn Bescheid gethan würde . So von den Gästen jemand aufzustehen von der Namrgenöthiget , wirdervondemWirth begleitet , und wenn er wieder in die Stube kömmt , gibt er einem jeden die Hand , sprechende : GcVn gröce unsen leven Herren VDertfj / seine leoedöycsahme Frue und U ) erch»nne / siene leve Söhne / siene leflicke Töchrer / alle qude Herrn und Freunde / den enen fo niohl als den andern / mie Ehren bin ick obgestahn / mit Ehren will ick med - der by ju ftreen c^ahn / s , d yeqrötec altosahmen . Damit stehen alle Anwe - sende wieder auf , geben ihm die Hand , und bitten er wolle sich wieder bey ihnen niederlassen . Und so gehet das Trincken wieder an , und bringet die Wirthm noch mehrere Trinck - Geschirr , daß zuweilen mehr Becher und Gläser auf den Tisch stehen , als Persohnen in der Gesellschaft ! vorhanden . Wenn die Aus , heimischen solcher Gestalt von jemand zuweilen bis in die 2 und zte Nacht bewir - thet worden , begleitet sie der Witth , insonderheit so es seine Gelegenheit nicht wei - ter leiden wollen indasnechsteHaus , ( ob sie gleich nicht gebtthen , ) werden da - selbst ebenfals sehr wohl , wie vorhin , nach Vergnügen traÄiret , sie seyn bekandt oder unbekandt , so viel die Herberge betrifft , ist unter ihnen kein Unterscheid . Daß man also mit Fug von Dithmarschen mit jenem Frembden sagen mag : ES ist ein Land , da man sich auSsauffen und ausftessen muß ; Und solchen Keiß und Mühe haben die alten Dithmarscher sich gegeben , ihre Gäste frölich zu machen , und alle Liebe und Dienste zu erweisen , daher man auch im Sprichwort hat : Dnhmarscher Ehre , stolte Ehre , oderwiederseel . Hr . ? etru5öHe , Pnepofitus dt öffentliche ? Predigt gechhmtt : Bithmrjcher Ehre findet mn nirgends
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.