Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

II . Theil fl . Cap / der . Dithmarscher . ^ 
nen Gesellen , das Braut - Brodt und Braut - Käse mit diesen Worten : de Ehre und döchtsahme Brudt hejfi un^ Käß und Botter verehret , wad hefit se darmit verdehnet ? Solches wiederholet er dreymahl , und die älteste Beysitzerin antwor - let : Ehr und Dögent , Ehr und Dögem schall er ock wedderfahxen ; Nach die - fem schneidet er s Stück von jeden , und giebt der Braut das erste , den Beysitzern das 2te / das zte dem Koch , das 4te und das ste den Spiel - Lemen , darnach über - reichet er Käß und Brodt der Braut , welche es ihren Nachbahren giebet , damit ein jeder nach Gefallen davon schneiden möge . Während daß von dem Brodt geschnitten , wird abermahl zum Trincfen starckgenöthiget , mitdemBeyfügen : de H . Geest sy harde by . Endlich kommt der Bräutigam und seine Schaffest mit dem H . Geist hinein , und bittet man wolle mit der Bewirtung zufrieden seyn , und so noch jemand zu essen belieben möchte , solte ihnen Zeit gelassen werdendes - sen die Gäste sich höfflich bedancken , und den H . Geist fooern ; welcher also einge - bracht wird : Nadem nun nemand under in Ehr - und Dögendsahme Frauen , Ehr - und Achtbahregude Gönner unde Fründe , so mehr an disse Kost begehret , edder lenger Tidt verwachtet , willen wir im Nahmen Gabes den H . Geist in - bringen . . Damit nimmt ein jeder von ihnen einen silbern Becher in der Hand , läst selbigen voll einschencken , aus einer frischen Kanne , und frischen Tonne , und trincken solchen der Braut , Beysitzern und vornehmsten Gästen zu , sprechende : idc trerd ju ein frölich jfafyr mit den H . Geist : behaltend den Becher in der Hand , und wird in demgantzen Hause mit einhelliger Stimme gesungen : <v GVtt wir dancken deiner Güre k . wenn der Gesang ausgefimgen , so wer - den die Becher ansgetruncken , wieder voll geschencket und überantwortet . Nach - dem werden die Speisen in solcher Ordnung abgetragen , daß man die Schüssel» zuerst abnimmt , die zuletzt aufgesetzet , und alles zum Tantzen bequem zugerichtet . Solchergestalt bringen sie die Zeit mit Tantzen zu , bis daß die Braut , wie es ge - nannt , abgegrötet worden : es ist nemlich der Bräutigam mit seinen 2 Schaf - fern , ein jeder eine Kanne Bier , und einen Becher in der Hand haltend , in den Peefell gekommen , hat der Braut und ihren Beysitzern zugetruncken , und nebst dem Becher auch die Kanne mit Bier überantwortet ; darauf die Braut ihren Spanhoeycken undHengelsche abgeleget , ein Frauen - Kagel wieder aufgesetzt , und nebst den beiden Frauen die älteste vor , die Braut in der Mtte , und die ste hinten an umhergegangen , und alle Gäste 3 Braut - Becher auszutrincken ge - nöthiget . Sobald aber die Braut aufgestanden , hat der Bräutigam mit feinen Schaffen : solchen Platz wieder eingenommen , denen denn von jedermann zuge - truncken und Glückgewünschet worden . Es ist auch niemand gestattet aufzuste , hen , bis die Braut nmgefchencket . Nachdem ist noch eine Zeitlang getantzet , und also de ? Hochzeitlichen Fvtsde ein Ende gemacht worden . Denn man zuweile« 
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