Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

ll . Shells ü . Cap . der Dithmarscher . ' Ar 
lassen , und ihnen insgesamt viel Ehre und Gutes erwiesen schließlich bittet er , ' man wolle die Braut in die Hörne kommen lassen , dieselbe dem Bräutigam zu - zuführen ; Die denn auch endlich , weils mit bescheidenen Motten zu verschiede - nen mahlen abgeschlagen und verlängett worden , mit ihren beeden Beysitzem sich in die Hörne verfuget , in Jungfraulichen Kleidern geschmücket , ohne daß sie den Hoycken so ihr der Bräutigam verehret , um den Hals gehangen , einen weis - sc» Tuch über den Peel geschlagen , darüber sie eine Kapkagel gesehet , welche ihr das gantze Haupt und Angesicht bedecket , also daß niemand ihr Gesicht sehen kan . Nicht lange hernach wird die Braut von ihrem Vater oder nechsten An - verwandten abgefedert , und mit sonderlichen dazu gebräuchlich en Redens Arte» dem Braut - Knecht überantwortet , sie dem Bräutigam zuzuführen , auch des BräutigamsHmh ihr aufgesetzt . Also wird sie verkappet mitPferde undWagen , - wie vorgedacht , demBramigam zugeführet , vou jeden Anwesenden gesegnet un^ ihr Glück und Heil angewünschet . 
Wenn nun die Braut mit ihrer Gesellschafft vor des Bräutigams Hause angelanget und vom Wagen gehoben , bleibetsiemit ihren Beysitzem vor der Thür stille stehen , alsdann kommt der Bräutigam vor die Thür , und ftaget zu dreyen mahlen : Vader und N7sder / Schwester und Äroder / mag ick wohl mit Ehren mine Brut increcken • ? worauf ihm zu dreyen mahlen geantwortet wird : Trecket sc heu in Gades Nahmen . So dann nimmt er die Braut / drehet sie dreymahl herum , undschwenget sie glimpflich insHauß , sprechende : fcttet Ehren treck ick mine Vruc in : geleitet sie bey der Hand vor dem Peesel oder Hinter - Saal , drehet sie abermahl zu dreyen mahlen hemm und schwenget sie Küssende hinein , gehet zurück und verfüget sich in seine Smbe , kommt also nicht in den Peesel da die Braut ist , bevor sie bald zu Bette gebracht werden soll ; sondern wartet denen Gasten in denen andern Zimmern auf . Die Braut aber leger ihre Bedeckung ab , als den Hoycken , Huch , Ka^el und Tuch , und setzet eine Schnur und Peel wieder auf das Haupt , und hanget einen Spann Hoy - cken um , so gekrauset und in kleine Falten gezogen von braun Leydisch Lacken , vorne auf beyden Seiten mit grossen silbern und vergüldtenPlaten und Span - gen besetzet und ausgezieret , verfüget sich also mit den Beysitzem in die Hörne an Tisch , denen dann die andern Gäste nach der Ordnung folgen , und sich nieder - lassen . Darnach wird die Mahlzeit , so nur aus 2 Gerichten und Butter beste - het , gehalten , und wenn solche geendiget , so wird getantzet , nur daß die Braut mit ihren Beysitzem besitzen bleiben , und nicht zum Tantzgefodert werden . End - lich so wird der Braut - Tantz also gehalten , daß der älteste Schaffer voran tantzet , dann der Bräutigam , und nach ihm der andere Schaffer , und wenn sie ein oder zwey mahl umher Motzet , so füget die älteste Besitzerin , nach ihr die > l M 2 Braut ,
	        

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