Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

g . Shells HCap . der Dithmarscher . SA 
Freunden , thut seinen Antrag und bittet , daß nach geschehener Zusage die Be - känntniß geschehen möge : welche alsdann auch folgender Gestalt vorgangen . ES nimmt der Braut Vater oder nächster Bluts - Freund eine ungebrauchteSchaa - le von Eschen Holtz , oder nach Gelegenheit einen silbernen Becher , läst selbigen aus einer frischen Kanne Bier voll einsckencken , trincket sie dem Bräutigam zu , und bekennet damit die Braut den Brautigmn im Nahmen derHeil . Dreyfal - tigkeit zu einer folgenden Ehe , imFall man sich ferner derSachen vergleichen kön - ne , wegen der Mitgifft und Heyraths - Gutb . Wenn solches geschehen , wird köstlich angerichtet , gespeiset und offtmahls bis an den hellen Morgen getruncken . Wann an diesem Tag die Zeit der öffentlichen Verlöbniß nicht angefetzetwor - den , so geschicht von Bräutigam und der Braut fleißige Anwerbung an beyder - seits Eltern und Verwandten , daß selbige angesetzet werden möge ; so aber wieder i bis 2 Jahr aufgeschoben wird , damit man sich so viel besser bereden , und beiderseits genauer Umstände erkundigen möge , GOtt auch mittlerweile al6 Stiffter des Ehetwndes könne angeruffen werden , daß er alles zu seiner Ehre , und der jungen Leute zeitlichen und ewigen Wohlfatt dirigiren wolle . Wiewohl itziger Zeit der Terminus sehr verkürhet wird , theils die vielen Gastereyen , so man wahrenderZeit gehalten , zu vermeiden , theils dem Asmodteo die Gelegenheit zu benehmen seinen Saamen der Uneinigkeit , Mßtrauen und Widerwillens aus - znstreuen . An dem Tage der öffentlichen Verlöbniß erscheinen beyde Partheyen in einem bestimmten Hause , oder , wie es an einigen Orten gebräuchlich , in dee Kirchen mit ihrer da ; u erbetenen Verwandten und guten Freunden , bereden sich daselbst wegen der Aussteuer , Brautschahes , Braut - Wagen , Wiederlage unb was dein anhängig , wie es auf erfolgenden Todes - Fall des einen oder des an - , dem solle gehalten werden . Wenn solches verglichen und der Bräutigam dee Braut Vater und deren Verwandten mit gebührenden Ehrerbietung gedan - cket , kehren sie sämtlich wieder nach Hause , allwo der Röftt . Secker folgender - gestalt wieder ausgebracht wird . Es läst nemlich der Braut Vater oder nech - ster Bluts - Freund eine neue escherne oder silberne Schaale oder Becher aus ei - ner frischen Kanne und frischen Tonne Bier voll einschencken , so daß es überae - het , und trincket damit dem Bräutigam oder seiner Tochter zu im Nahmen GOt - tes des Vaters , des Sohnes und des Heil . Geistes ; wenn der Bräutigam be - scheid gethan , muß ein jeder der Anwesenden denselben vollgeschenckttaustrin - cken . Nachgehends nimt der Bräutigam den Becher zu sich , und bringet ihn am Abend der Braut mit einem ansehnlichen Ehren - oder Trau - Pfemung . So sie aber in selbigem Hause ist , wird sie alsdann erst von der Mutter oder nechsten Verwandten eingefichret , empfängt von dem Bräutigam den Becher , und ver - Messet solchen in einem Kasten , damit er künsstGi» , von nimand wieder ge - v - J M - braucht
	        

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