Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

88 Freywerben und Hochzeiten II , Zheils IL Gap , 
then keine natürliche Schwachheiten des Leibes nndVerstandeS , vder böser Sit - ten in seinem Geblütt eingeführet werde . Deshalbeu bey den Dith : narschern ein Sprichwort gewesen : 
Alse du begerest de Z^tndelin 
Also nim Dy ene Zruelm . 
Man hat auch nicht die , so Dichmarschers Geblüts gewesen , mit andern ländischen und Frembden vermenget , sondern mit O & avio Augufto Imp : hoch und herrlich gehalten , daß man dieses Landes Arth rein und unbefleckt von allem ftembden und knechtischen Geblüty erhalten und bewahren möchte . 
Nach geschehener wohl beachtlichen Ueberleguug läst der Brämigam durch 2 seiner nächsten und besten Freunden oder durch dieEltern , fals ste noch im Leben , der Braut , deren Eltern oder nächsten Anverwandten solch Christliches Begehren geziemend vortragen , welche denn auch nicht allein wohl empfangen und bewirthetwerden , sondern es wird ihnen auch , nach langer Unterredung ein acht Tage oder etliche Wochen bestimmet , nach welcher sie wieder ansprechen solten . In Fall Hoffnuug zu einem glücklichen Fortgang solcher bevorstehen - den Heyrath , so müssen die in der Braut Hause sich wohl in acht nehmen , daß nicht etwa eine Schauffel oder dergleichen hinter der Thür zu sehen war , da die abgeordnete Freywerber ausgehen solten , denn solches ein Zeichen der Wege - rung von alten Zeiten bey ihnen gewesen , daher auch die schunpfiichen Sprich , Wörter entstanden : Se hefte de Schüffel bekamen : * üy de Rleder fitcerr . ehn , 4m , den Hufe / als off se »Mir Schüsseln darum geschlagen : Sinr ehm deScdenen ock blau ic . 
Der Bräutigamwartet mit seinenFreywerben die berahmteZeit genau ab , doch daß er mitlerweile nicht gar zur Sachen still sitzet und richtet , sondern er last bey der Braut , und deren Anverwandten indessen fleißigeAnftderung thun , und best - möglichst seine Persohn recommsnctiren . Solle die Sache keinen Fort - gang gewinnen , pflegte man 2 oder 3 Tage vor dem angeseytenTag derMeder - künst durch ein Schreiben dem Bräutigam die S6 ) üffel oder die Wegerung zu - zuschicken . So aber die Stiche keinen Widerstand gefunden , werde» die Frey - werber anfdem bestimmten Tag abermahl ehrlich empfangen , und ihnen ein an - derer T<ig auf8 Wochen mehr oder weniger zur Bekänntniß ausgesetzet , wenn b'eyde Theile aus vornehmen Geschlecht , wird öjsters der zte l'erminus zur reifer' Ueberleguug genommen . Diese Zeit wird mit Gedult envartet , immittelst der Bräutigam und seine Freywerber fleißig alles unterbauen , um sich in der Braut und Anverwandten Liebe und Hochachtung fest zu setzen . Aufdie bestimmte Zeit der Bekannmiß erscheinet derBrömigam selbsten mit z oder mehr von seinem 
Freun -
	        

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