Full text: Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Hollsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande

86 die alten Dithmarscher H . Theils l . Cap . 
Pftjemcn , bis er starb . Tacitus schreibet : paueißima in tarn numerofa gerne adultcria - , qiiorumpxnaprafais & tnaritis pervtijfa . Rccißs ertnibus nudatam co - ratn propinquis cxpcllit dotno tnaritus■> acper onviem vicurn verber c Agit . SoU 
cher Tugend und Keuschheit haben sich die alten Dithmarscher ebenmäßig be - Alflen , Zucht und Ehrbarkeit geliebet , Hurerey und Ehebruch aber ohn einige Erbarmen am Leben gestrafft : Nemo illic vitia riictjncc corrumpere ücorrumpt ftculum voeatur . Denn so eine Frauens - Persohn entehret worden , hat sich das gantze Geschlecht derselben angenommen / die geschwächte Pcrjohn mit ihren eigenen Händen entleibet ( weil sie damahlen keine Scharftichtergehabt ) um solche Schande aus ihrem Geschlechte zu tilgen . Dessen denn folgendes Evern * pel Zeugniß geben wird : Eine Jungfer aus Malmcnhusen / nachdem jic ihre Eh^ re verschertzei , ist nach dem Süderstrandtgewichen , und hat sich daselbst eine Zeitlang heimlich aufgehalten , weil aber solche Schande nicht lange verschwie - gen bleiben kunte , als haben ihre Vettern und uahsten Freunde aus dem Wol> lennans Geschlecht dieselbe von dannen wieder abgeholet , und auf einem Acker , so uocl ) diesen Tag das Meiden oder Heidenstück daher genennct wird , eine Gru - be gemacht und die Geschwächte darein gestossen , lind begraben . 'Desgleichen ein reicher Mann zu Wellinghusen D . I . Maeß , hat seine Schwester , nachdem sie vorher geschwängert gewesen , mit Zuziehung seiner Verwandten unter dem Eije versauffet und begraben . Mehrere Exempel könte man anführen , wenn eS solte erfodertwerden / So aber dieselbe , so ihre Inngfrauschaffr verlohren , Zleich bey dem Leben geblieben , hat sie doch keine Hoffnung gehabt jemahlen bey ihrenVerwandteu in Gnadeii wieder aufgenommen zu werden , viel wcnigc5 , daß jemand sie wieder Heyrathen würde oder dürffte , sondern sie hat ihr Leben in Schimpf und Schande elendig , veracht und verlassen zubringen müssen . Ja man hat zu ihrer mehrern Beschimpfung Lieder gedichtet / in öffentlichen Zusam - menkünfsten gesungen , und sie Graß - Wttwen genennet , daher denn anch viele ^ersührete durch Sorge , Betrübniß oder wohl gar durch härtere Mittel ihr Le - ben verttirtzet und die Unehre mit ihrem Blute abgewaschen . 
Hie kan ich nicht umhin eine sonderbahre Begebenheit anzuführen , weil sie sich zu dieser Materie gar wohl schicket , und in dem Kirchspiel Busuin ungefchr um das Jahr »s so sich zugetragen . Es war Mastken Krusen Tochter , Grethe geschwängert worden , worüber das gantze Geschlecht nicht allein sich sehr beküm - wert , sondern das gantze Kirchspiel hat solcher Unehre sich geschamet ; weil sie die erste gewesen seyn soll , so daselbst ihre Jungferschajst unzulaßiger Weise ne» , wietvohl andere meinen , daß es Hudden Eden Tochter gewesen , so lang her gelebet . Da imn 2 Ehemänner , als Clauß Icke und Heime Johann , so mit ihr iy Unehregeleber , dessentwegen heschuldiget worden , hat sich der eine mit ei - 
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