Full text: Von Erziehung Eines Jungen Printzen, der vor allen Studiren einen Abscheu hat, Daß er dennoch gelehrt und geschickt werde

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von Belehrung eines prinyen 
auch immerwar / zweymalan ; gebrauchte sich des Balsams an statt des Oels in denen Lampen ; ließganhe Schüsseln mitStraussemKöpf . fen anfffetzen / um nur des Gehirns zu gemessen / feinem Pferd incuato , ward der Haber in güldenen Schale» fürgeschütet / unddasGelränck in güldenen Bechern gereichet / und halte er beschlossen solches zum Bürgermeister in Rom zu machen / undwaSdcrThorheit mehrgewe - fen . Das Laster / so in dem ; u wenig thun der Freygebigkeit contrair ist / heissetder Geitz / Avaritia , wann man durch die von GOlt be - scherte Güter / niemand / auch sich selbsten nicht / etwas gutes thut / die - selben zurückhält / und nur mit deren blossen Besitzthum und Anschau - en sich belustiget . Hieher gehöret der Kayler Mauritius Cappadox ; dessen Kriegs - Heer hatte der Sarmatische König Cajanus geschlagen / und überzwölsslausend Mann gefangen genommen / so daß Mauritius gezwungen ward / den Frieden von Cagano zu erkauften . Ehe nun die - ser abzog / verlangte er / Mauritius solle die gefangene Soldaten auslö , fen / und forderte für jedweden einen Ducaten . Wie nun der Kayser soviel nicht bezahlen wolle / erbot Caganus mit einem Reichsthaler / und . als ebenmässig dieser abgeschlagen wurde / endlich gar mir einem halben Thaler sich befriedigen zu lassen . Allein Mauritius wolle auch zu sem sich nicht verstehen / weßwegen Caganuscille Gefangene hinrichten lassen , u . a . w . 
Aussgleiche Weise verfehret der Chiron mit den übrigen Tugen - 
den / als NtMlich der Magnificcnria , Magnanimitatc , Modcftia , nitäre , Veracitare , Urbanitatc undjuflitia , samt denen fpcciebus , so dft# 
I ) in referivet werden / und erläutert alles / mit von Kriegs , Sachen ge« " nommenen Beyfpielen . Am längsten halt er sich bey der Juftitia au ff / und scharsset seinem Printzen sehr ein / daß ein Soldat auch in Feindes ^ ! and nicht nach seinen Gefallen Haussen / und alles verheeren und ver»vü - sten dürfte / sondern daß der Krieg seine Gesetze / insgemein ArtickulS - Brieffe genandt / habe / welche die llngercchtigkcir verbieten» llm deß Willen müsse man aller geistlichen Güter / besonders der Kirchen / Freyd , und Pfarr - Höfe verschonen / wie ingleichenderMühl - Wercke / Schmidten / Badstuben / Back - Oeffen , und aller derjenigen Oerter so zu gemeinen Gebrauch und Nutz dienen mögen . Auch müsse man die scdwangern Frauen / Kindbetterinnen / und kleinen Kinder unbe , schadigt lassen . Gleichergestalt / ob man schon die Hüner nnd nen fanget / müssedochder Goggelhan / alS ein Eoldateu - Vogcl in - dem er die Stunden ausruffet / frey palNren / angesehen das für " ein Schelmenstück gehalten werde einen Goggclhananzugreiffen . u . a . w . 
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