Full text: Von Erziehung Eines Jungen Printzen, der vor allen Studiren einen Abscheu hat, Daß er dennoch gelehrt und geschickt werde

i ; o Von Belehrung eines prlnyen 
haben / abzufetzen / und deren so sich ihrer Bisthümer begeben wollen , cc ( lione . s anzunehmen . An ihn geschehen von denen Rcmisch - Calho - tischen allenppeliacionesauöder gantzen Welt , auch mit Übergebung der Mittel , Richter ; und dem / was er auespricht / muß ohne die ringste Wider - Rede nachgelebet werden . ^ Er allein macht Cardina - lc / erhebet Märtyrer / oder sonst wegen gesthrten frommen Wandels hochgeachtete Abgestorbene / in den Stand der Heiligen / daß man sie nach gedachten Glauben zu Fürbittern erwehlen , ihnen zu Eh - ren Kirchen erbauen / Altare wiedmen / ihre ) <ahmen in den Calender roth drucken , die Haupter ihrer Bilder mit Scheinen umgeben / und nach ihren Nahmen genandte Messen lesen darss . Er abfolvirct auch ausser der Gefahr des Todes / von allen Sünden / wie die Nahmen ha - den mögen / difpcnfiret in allen Geboten / schreibet ein Jubel , Iahraus / und difponiret mit dem Schatz der Indulxenrien nach Gefallen / daß daher auch die im Feg - Feuer gequälte Seelen / seiner Botmas - sigkeit / auff gewisse Weise unterworffen sind . Er will der fürderste unter allen Potentaten der Welt / und also der nächste nach GOtt dem Allmächtigen seyn : ohne ihn zu benachrichtigen / pflegen gemeiniglich Kayser / Konige / und andere derRömisch - CatlMschenKirche beypflich - tende hohe Regenten / sich nicht leicht in Krieg , Stillstand / oder Friede einzulassen , noch sonst eine grosse wichtige Sache zu beginnen . Er hatauch / damit erwisse was überall fürgeher / undihmzumNachlheil nichts fürgenommen werde / an allen Catholischen Hosen seine Nun - cios und intcrnuncios . Und deßwegen ist kein Wunder / daß ihm die 
höchsten Haupter der Römifch - Calholischen Christenheit alle ersinnli - che Ehre erweiftn / für ihm niederfallen / scineHande und Füsse dcmk - thig küssen / und ihn ihren heiligsten Vater nennen . 
Mit derN ) t ? l ) ! eines neuen pabsts / verhalt es sich auff folgen - de Weife . SobaldeinPabstinRom verschieden / pfleget der Car - t>inal«Nepot als nähester Anverwandter / oder derjenige , so sonsten unter den Cardinaten seinVertrautestergewesen / den Todeö - Fallak - lenCardina ! cn / wie auch denen anwesenden frembden Beschafftem und Gesandten kund zu machen , welche ihm hergegen deswegen condo . Uren lassen . Dem zur Folge nimmt der Cardknal Ober - ling der Kirchen / Cardinaüs Camerarius , ungesäumt den Pabstiichen Pallast ein / und zubricht ft'ir allen Dingen des verstorbenen Pabste 8i - KiUa und Typaria womit ^die Bullen bestätiget / tvie auch den güidnen ^noulum eiscaronz , mit welchen die Lrevis besiegelt werden / und den 
der
	        
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