Full text: Von Erziehung Eines Jungen Printzen, der vor allen Studiren einen Abscheu hat, Daß er dennoch gelehrt und geschickt werde

130 Von Belehrung eines Peinyen 
nct man die fleissigen Haus , Väter gute vvirthe / und halten daselbst nicht allein gemeine Leute / sondern auch Grafen und Fürsten es für ei - neEhre / wann sie gutevvirthe genennet werden / und das Lob ben / daß sie wo ! wirthschasst hnltemDerHaus - MutterPfiicht ist sürnehmlich / daß sie ihren Mann / alödas mit mehrer Vernunfft be - gabte Ober - Haupt ehre / wie auch seinen Verordnungen und Anstal - ten eine gebührende Folge leiste . Allermassen der Heil . Apostel Pe , trus in seiner ersten Epistel im dritten Capitel denen Weibern besieh - ltt / daß sie ihren Männern unterthan seyn sollen / nach dem Beyspiel der Ertz'Muttör Sara / die dem Abraham gehorsam war , und ihn ren Herrn nannte . Ist es demnach gar unrecht / daß die Weiber bey vielen Völckern sich der Herrschafft annehmen . Wie man dann von Engelland sagt / daß daselbst das Paradieß der Frauen fey / angeschen - - auch die Baurinnen mitsammeten und seidenen Kleidern / wie inglei - chen Handschuen an den Händen angethan / miff schönen Zeltern in die Städte zu Marcktreiten / und die Mannerneben her lausten haben . In Teutschland zwar gestattet man keinen solchen Hochmuth / doch foU len in Oesterreich die Weiber auch ziemliche Gewalt über ihre Man - ner sich ehemalen angemasset haben , und hencket . dessen zumBeweiß ei - - 
negrosseSpeckseiteinderKäyserlichenResidentz«Stadt Wien / unter 
dem Thor der rot he Ttmrn genannt / welche zwar von den dahin Reisen» den fast gar nicht in acht genommen worden / sodaß auch die Einwohner mehrentheilö selbsten davon / vielweniger deren dazu gewidmeten . Reimen Wissenschafft hatten . Es hiessen aber solche also : 
Befind sich irgend hier ein Mann / 
Der mit dcr tvarhett sprechen kan / 
Duß ihn sein Heyrnth nicht geranen / 
Und furcht sich nicht vor seiner ehelichen Frauen / 
Der mag diesen Backen herunter hauen . 
Dabey stund : 
N>elche Frau ihren Mann offt raufft und schlägt / Und ihn mit solcher kalten Laugen zwägr / 
Der soll den Va^en lassen hencken / IhnnsteinandererRirch - Tagzuschencken . Diei'ratjillon wa« / daß einem ieglichen der sich rühmen könte er fey Herr in seinem Hause / und dürffe sich nicht für seinem Weibe fürch , . ten frcystehe die Speck - Seite oder Backen herunter zu nehmen : es 
henckeadersolchervielhundertJahrda / in welcher Zeit noch niemand 
kom -
	        
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