Full text: Von Erziehung Eines Jungen Printzen, der vor allen Studiren einen Abscheu hat, Daß er dennoch gelehrt und geschickt werde

so zum Rriege geneigt . 117 
lichen und weiblichen Geschlechts . Die Männlein sind länglicht / die Weiblein rund . Wann sie alle die Krafft hatte / die man ihr zueignet , sollen die Soldaten / wann sie zu Felde gehen / selbige stets bey sichtra - gen . Allein priny / es ist auff der Leute sagen nicht zugehen / den Sieg bringt keine Radix Viftorialiszu Wege / sondern Dominus falutem tribuit , der Sieg kömmt vom HErrn / wie der weiseste König Sa - 
lomo sagt / ? rov . XXI , ZI . 
Im übrigen pciny / wirres schön und euch wohl anstandig seyn , wann ihr die Blumen und Krauter ein wenig kennenlernet / und deren Benennungen etwas von ihrer Krafft beizufügen wisset . ES wird euch solches in cliscurlcn bey Gesellschafften , oder wann ihr mit denen vamen in Feldern , Waldern / und Gärten wandlend euch ergehet , kein geringes Ansehen zuwegbringen . ES ist diese Wissenschafft gar leicht / wann man ohne das spatzierengehet / erlernet / und erfordert kei - ne absonderliche Zeit : man tragtauch nicht schwer daran / was uns für - kommet / wollen wir mit nach Hause nehmen / und gegen die Abbildun - gen des Pctri Andrea Matthioli Kräuter , Buchs / von dem ich ein illumi . nirtes Exemplar beyhanden habe / halten / und zugleich was etwan da - von geschrieben worden / so in gar wenigen bestehet / lesen . Wann ich eines Krauts Nahmen nicht weiß / mußunsderLeib - ^cdi'cuzzuHülff kommen . An statt eines Spieüvercks wird es uns ftyn / wann wir die Krauter abdörren / und in ein Buch eintegen . Man hat mich berich - tet / daßdieKäyserin^leonora ( Zon ? ax3undder Ertz - Hertzog Leopold / KäyserS Ferdinand» in . Bruder Preißwürdigsten AndenckenS / zur Zeit da die Tulipen in ihrer Blüte stunden / sich haben zu Wien in derFa - vorita Sessel in die Felder sehen lassen / und solcher Blumen Pracht und Schönkeit / ohne ein Wort ; u reden / gantze Stunden lang be - trachtet . Es wird euch prtny / nicht verübelt werden / wann ihr biß - weilen dergleichen thut . Dann was kan wohl das Gesicht mehr er - gehen als eine schöne Tulipe ? Aller herrliche Aufßug Salomoniö , kan / wie unserHeyland selbsten bezeuget / mit solcher in keinen Vergleich kommen . Doch bekümmert euch nicht viel um deren Nahmen / sie sindgantzunzehlig , und werdet ihr gewißlich / eher die Nahmen der Soldaten einer gantzen grossen Armee / welches von dem Julio Casare daß er es vermocht / gelesen wird / behalten / als nur diejenigen Tulipen - Nahmen mercken , welche Herr Dodor chnftianus Mcntzcliuy Chur - fürstlicher Brandenburgischer Leib - X5cdicus in seinem indicedominum ktanrarum mukilingui anführet . Das Buch lieget da ; sehet / und er - 
staunet , ob der Nahmen Menge . Sonsten wann ihr schöne Blumen 
P ? t«m
	        
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