Full text: Von Erziehung Eines Jungen Printzen, der vor allen Studiren einen Abscheu hat, Daß er dennoch gelehrt und geschickt werde

so zum Rriege geneigt . . ! oz 
korrnular Buch ausschreibet / hat er seine gute richtige Belohnung . Hcrgegen mag leicht in Freud oder Leid sich etwas zutragen oder unter , nommen werden / so will man Verse dazu haben / und wann dann ein Poet sich viel und lang bemühet / den Kopss schier ausgesonnen / die Nä - gel der Finger biß auffdaö Blut abgekiefet / damit er etwas tüchtiges möge herfur bringen / so giebt man ihm kaum einen blossenDanck . Ihr müsset es nicht auffdiefe Weise machen / mein priny / sondern diejeni - gen / welche euch künfftig wegen einer löblichen Verrichtung loben und besingen / nicht unbeschenckt lassen . Ein gutes Carmen ist fähig / so wo ! dessen / der cs gemacht hat / als dessen dem es gemacht worden / Ruhm zu verewigen . Die Helden so vor dem Achill« gelebet / sind mit ihren Thaten in l - erke dem Fluß der Vergessenheit untergangen / weilen sie kein ttomeruz gerettet . Wann ein tapfferer Krieger niemand hat der seine Helden - Thaten in Versen oder profa beschreibt / so ist sein an - gewandter Schweiß und Arbeit schier umsonst . Allein / es muß / wie schon erinnert / das Lärmen ein Geschick haben / sonst verunehret es bey - des seinen Stümplcr / und auch den / welchem es zur Ehre verabfasset worden . Ist demnach priny / vonnöthen / daß ihr von der Poesie ei - nen kleinen Bericht empfahet / damit ihr das gute Gedicht von einem bösen zu entscheiden wisset / oder euch sonst nicht schandlich prottikuiret / wie jenen , Frantzösischen Edellmann wiederfahren / der als er für des Könige Henrici iv . Tafel anffwartete / und hörte / daß der König unter dem Essen ein Epigramma läse und sagte / c'eftun bon Epigramme , ses ist ein sehr gutes Epixramma , sich einbildend / Epigramms müsse 
eine Art Speise seyn / so bald er von Hoff nacherHauß kam / seinem Koch befahl / er solle ihm ein Epixramma kochen . 
Kurtz : von der Schönheit eines Gedichts zu urtheilen / muß man auffdrcycrley / nemlich auff die Erfindung / auff die Wort / und auff die Reimung acht geben . 
Die Erfindung muß herrlich / sinnreich / und zugleich anmuthig seyn / undwird hergenommen von dem Wort / oder von dem Dinge selb - sten / davon man handelt / odervön den Umstanden desselben / oder von gehörigen Gleichnüssen / wobey das decorum , oder Wohlgeschickligkeit sonderlich in acht zu nehmen . Wie die ietzo / und GOtt gebe noch viel Zeit / zu deMWMifchen Reichs nicht allein / sondern der gantzen Welt Heyl regierende Kayserliche Majestät / nach der Wahl zu Franckfurth / in Wien / allwo ich mich eben damals befand , ihren prächtigen Einzug hielte / war daselbsten ein blinder Poctafter , der machte ein Carmen Gra - 
itthcorium , indem die närrische Erfindung mit dem Ubellqut der
	        
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