Full text: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert

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Tomaschek 
4000 ungr . Gulden „ II a up t guts " , dann 20000 II . „ Schaden " , die sie gegen den Vater des Beklagten auf Grund eines von seinem Grossvater , Grafen Mainhart von Gürz ausgestellten Schuldscheines vor dem k . Kammergerichte erstanden hatten , die aber der Beklagte sich zu zahlen weigerte , indem er behauptete , dass diese Urkunde falsch sei . Das k . Kammergericht hatte ihm nun die Leutcrung des Processes zugestanden , wenn er den Eid darüber ablege , dass ihm früher von der Falschheit der Urkunde nichts bekannt gewesen sei , und er sodann den Beweis der behaupteten Fälschung antrete . 
Am 15 . October 1559 erscheinen nun beide Parteien in Person vor dem unter dem Vorsitze des Markgrafen Wilhelm ron Höchberg zu Neustadt abgehaltenen Kammergerichte , dingen sich beiderseits durch ihre Redner zum Hechten an ' ) . Graf Johann von Gürz schwört den erwähnten Eid , und verlangt behufs der weisung der Falschheit eine Abschrift der bei Gericht verschlossen erliegenden Urkunde seines Grossvaters . 
Dagegen protestirt der Klager , indem es gegen Beeilt und Gewohnheit des Kammergerichtes sei , eingelegte Briefe oder schriften davon den Parteien herauszugeben , welcher Ansicht auch das Gericht selbst durch einhelliges Urtheil beitritt . Auf langen des Beklagten wird nun die Urkunde vor Gericht vorgelesen und besichtigt . Der Beklagte bittet um Bedenkzeit , um ihre heit darzuthun , die ihm auch trotz der Einrede des Klägers den wird . 
Am 17 . October bringt nun Graf Johann folgende innere und äussere Gründe gegen die Echtheit der Urkunde vor : 
1 . Der Brief sei gegen den Styl und die Gewohnheit fürstlicher Kanzleien . Denn es stehe darin : „ Wir Graf Maiuhart von Gürz und Graf von Tirol " , der Taufname solle aber vor der Grafschaft oder dem Fürstenthum stehen : Wir M . Graf u . s . w . 
2 . Es fehle sein gewöhnlicher Titel : Wir M . , Pfalzgraf in Kärnten , Gr . v . G . und zu T . , Vogt der ehrwürdigen Gotteshäuser zu Aglay , Trient und Brixen , oder wenigstens der erste Theil dieses Titels . 
* ) Graf Jonaun veo Con verlangt nach Fürstenrecht nebst dein Redner „ noch einen Steurer und Warner " ( Vgl . auch H . n . 31 S . 62 „ Anweiser und Warner * ) 4a er ein gefürateter ( ¿ruf sei .
	        

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