Full text: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert

Die boriiate GerlcliUhai kell «lea deutschen Küniga u . Reiche« . ¿9 
dessen Grundanschauungen sie eine mächtige Unterstützung für die Würde und Prärogative ihrer königlichen Stellung fanden , so musate es sich ihnen auch von practiscker Seite durch seine vielfache Brauchbarkeit empfehlen . In der Hegel waren es gerade die rigsten Rechtssachen , die ihrer Cognition unterworfen wurden , die verworren und von Haus aus schwer zu entscheiden , jahrelang die verschiedensten gerichtliehen Instanzen durchgemacht und dadurch nicht an Klarheit gewonnen hatten , Fragen sowohl Staats - als rechtlicher Natur , wo sich die wichtigsten Interessen durchkreuzten , die verschiedensten Hechtsauschauuugcn durcheinander liefen . Da mussten ihnen nun Männer an ihrer Seite von grossem Werthe sein , die in der fruchtbaren Casuistik des römischen Hechtes erfahren , in dem Rüstzeug ihres Wissens stets Mittel und Gründe fanden , die dem ungeschulten Hechtssinne wenn auch nicht einleuchteten , doch immer imponirten . Dazu kam ihre vielfache Verwendbarkeit , ihre schriftliche Formgewandtheit als Notare in den Kanzleien , die hohe Meinung , die sie selbst von dem römischen Rechte hatten und der Ehrgeiz , der sie antrieb , ihr durch jahrelanges , mühsames Studium angeeignetes Wissen practisch zu verwerthen 
Schon Heinrich VII . , der sich freilich grösstenteils in Italien aufhielt , hatte italienische Juristen in seinem Rath und übertrug ihnen richterliche Functionen« ) . Hei Ludwig dem Haier ist eine sondere Vorliebe für das fremde Hecht nicht wahrzunehmen und den gelehrten Juristen wurde weder auf die Gesetzgebung noch auf die Rechtspflege Einfluss gestattet s ) . 
Dagegen besetzte Karl IV . seinen Rath last ausschliesslich aus Klerikern und legte überhaupt bei vielen Gelegenheiten seine liebe für das fremde Recht an den Tag » ) . Hei K . Wenzel ist kein Einfluss fremder Juristen bemerkbar . 
Auch unter K . Ruprecht hält derselbe sich noch in denen Schranken . Zwar erscheinen unter seinen Protonotaren 
1 ) Vgl . darüber Stobbe ( ¡each , dea d . R . 1 , S . 631 IT . 
2 ) a . 1312 ( Mod . L . 1 ! . p . 520 ) per discretoa viroa Palmeriuiu de Altuitia de Kloreutja leguui profeaaoreiu , etAndream Calaodrium de advocatia de Roma , consiliarios et aulae notraejudie es . . . iuquirere feeimus . Siehe auch Franklin . De . i« c . i . S . 103 , 11 . 
* ) Siehe Franklins Beiträge , S . 119 ff . 
* ) Siehe Franklin a . a . 0 , 109 ff . und Stobbe a . a . O . G33 . %
	        

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