Full text: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert

Die höchste Gerichtsbarkeit des dculachen Königs u . Reiches . 
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im J . 1444 , 15 . September ( Climel . lt . Fr . n . 1740 Anhang n . ÍJ2 ) unter den Beisitzern des Kammergerichts namentlich angeführt erscheint . 
Unter K . Ruprecht und Sigismund werden auch Reichs - und llofadvocaten erwähnt . Diese gehören sämmtlich dem gelehrten Juristenstande an , und obwohl in den Ernennungsurkunden ihr kungskreis am Hofe nicht näher bezeichnet w ird , so lässt es sieh doch unschwer errathen , dass ihnen die Instruction der Rechtssachen , das Referat darüber an den König , und überhaupt seine Berathung in verschiedenen Rechtsgeschäften oblag . Solche sind mir nur vier vorgekommen . So ernannte K . Ruprecht 1407 , 7 . November den Magister Hermann von Rure , Baccalaurcus der Theologie , Licentiat beider Rechte zum Referendanus und beständigen Reichs - und advocaten ( Climel . R . It . 2391 ) ) und verleiht ihm 1408 , 8 . Jänuer ( Chmel . n . 2440 ) das Pfalzgrafenamt ; im J . 1409 , IG . Februar ( Climel . n . 2735 ) ernennt er den Blasius de Re che ti s de Modoc - cia ( Monza ) zum k . Capitän und Bürger von Mailand , dann zum Reichsadvocaten und k . Diener , und falls er Doctor des kanonischen oder bürgerlichen Rechtes werden sollte , sammt seinen Nachkommen zum Pfalzgrafen ; K . Sigismund 1420 , 4 . Februar den Johannes d e M i I i i s d e B ri xi a , legum doctor zum imperialis curiae advocalus , und 1437 im November den Simon de Thcramo I ) . u . j . zum consiliarius et advocatus imperii . Unter K . Friedrich kommen aber dergleichen Ernennungen nicht mehr vor . 
Für den Hof und seine Angehörige , das k . Dienst - und Hofgesinde übte der Obristhofmeistcr ( magister curiae ) die Gerichtsbarkeit aus . Aus der blossen Disciplinargewalt , die er scheinlich ursprünglich übte , hatte sich eine ordentliche gewalt desselben herausgebildet , die jedoch natürlich eben so wenig wie eine jede andere im Reiche die des Königs ausschloss . So nahm schon K . Karl IV . 1364 ( Hist . dipi . Norimb . p . 424 ) die Rrüder Waldstromer von Nürnberg in das k . Hofgesinde auf mit dem Zusätze : Sonderlichen wollen wir , dass sie vor keinem weltlichen Richter oder Landrichter in Gericht gestehen oder antworten sollen , noch an keinem anderen Gericht , dann vor vnserm Hoffmeister und an unserm kaiserlichen Hoffe . Man sieht daraus , dass die hörigen des Hofes selbst bemüht waren , durch Erwirkung von legien de non evocando die für sie competente Gerichtsbarkeit des
	        

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