Full text: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert

8 
T o m a s c Ii o k 
Aber mich noch im Iß . Jahrhundert hatte sich die Erinnerung an die oberste Gerichtsherrlichkeit des Kaisers und an ihre liche Fülle lebhaft erhalten ; wenn auch nicht factisch , doch rechtlich anerkannt , ging alles Recht und aller Gerichtszwang im Reiche noch vom Kaiser aus , alle Gerechtigkeit wurde in seinem Namen und trage geübt . 
Noch in dieser Zeit galt der König als oberster Richter , an den es Jedermann , dem irgendwo das Recht versagt wurde , frei stand sich zu wenden , als höchste Instanz , an die man sich von den Erkenntnissen der Gerichte berufen konnte ' ) > als derjenige , von dem der höchste Schutz und Schirm des Rechtes ausging8 ) , als die letzte Quelle u n d d e r S c h ö p f e r allen Rechte s5 ) ; d e m alle R e c h t e 11 n d j e d e r G e r i c li I s r w a 11 g e 111 s p r i e s s e 11 » ) , mit einem Worte als der oberste Gerichtsherr , dessen Gewalt sich auf Jedermann im Reiche erstreckt , und vor dem Niemand gefreit ists ) . 
So weist K . Sigmund 1437 , 10 . Juli eine Klage wegen Todschlages gegen einige Bürger von Nürnberg , an die ordentlichen Berichte daselbst , uud fugt hinzu , dass der Kligcr im Falle , als er da nicht zu seinein Hechte käme , sich an ihn „ als den überstell Richter " berufen dürfe . 
2 ) Siehe die AchUerkUrung gegen die Stadt Soest v . J . 1444 . 22 . Dec . Bei Ohemel Heg . Fr . Anhang n . 57 : als sie dann auch in des heiligen Kölnischen reiches bann \ ud acht voti vns als einem Komischen kunig und oh ris ten sch eruier de» rechten arklart und völlig declariert werden sollen . 
* ) Siehe das Gutachten der HeiehsfOrsten v . J . 1407 über Türkenzug und frieden ( N . S . d . H . A . S . 2IN ) . Im § 7 wird ein Vorschlag gemacht zur habung des Landfriedens ciu kaiserliches ( Bericht zu Nürnberg aus Herreu , Kittern uud Kuechtcn mit 24 l'rlheileru aus allen deutschen Landen niederzusetzen . § 8 : „ Nachdem alle Hecht und ( ¡erichtszwang von unser in herren dem Key ser en t spr i es s en44 , soll der Kaiser das Hecht haben , den Hichtcr zu diesen 24 Urtheilern zu setzen , und dadurch soll § 10 dein Kaiser , seinem Kammer - gerichte und seiner „ Ob erke it * keine Irrung und keiu Abbruch geschehen . 
4 ) So wird in dem Kammergerichtsurthcil ioni 14U1 bei Harpprccht A . d . K . 45 . u . XXX der Kaiser der obriste rich ter uud rech tsc hop fer genannt . So veriirlheilte K . Sigismund im J . 143 . * » . 7 . Juui den auf seine Ladung nicht . erschienenen Jacob Truchsess von Waldhurg , trotz des Ansuchens der Herzoge von Haiern , er möge ihn als ihren Kath und Diener vor sie uud ihr Gericht weiseu , in contumaciam , „ da doch er des Kayaers amtmann , rath , lehensmanit und dieuer , auch niemand für die keyserliche . Majestät und das kam in ge rie hl gefreit i st . "
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.