Full text: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert

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Tomase li f k 
kehrte nunmehr der Gedanke , der zur Zerstörung des Ilofgerichts geführt hatte , seine Spitze auch gegen die neue Institution , »1er mit der Übernahme ihres Erbthums im Reiche auch naturgemüss die gabe der alten zugefallen war . Es trat eine abermalige Ahscheidung der königlichen Hofgerichtsbarkeit von dem k . Kammergerichtc ein , Berufungen von seinen Urtheilen , und Avocationen von Streitsachen an den k . Hof Hilgen an sich auszubilden . Wahrscheinlich wäre das k . Kammergericht in viel kürzerer Zeit einem ähnlichen Schicksale heimgefallen . wie das k . Hofgericlit , hätte es nicht im Reiche selbst eine unerwartete Stütze gefunden , wodurch sein Bestand auch für die kommenden Jahrhunderte gesichert wurde . Aber nur dadurch konnte es zu einer festeren Organisation gelangen , dass es der alten Idee untreu , die es geschaffen hatte , auf einer ganz anderen lage umgestaltet wurde . So wie uns die innere Verfassungsgeschichte des Reiches zeigt , wie die Verhältnisse dieses Jahrhunderts allmählich zu einer concreterei ! Auffassung des HegrifTes „ Reich " führten , die in der Gesammtheit der Reichsstände als einer geschlossenen poration im Gegensätze zum „ Kaiser " ihren Ausdruck fand , so tritt uns im Zusammenhange damit am Ende dieses Jahrhunderts das k . Kammergericht in seiner durch den Wormser Reichstag 1411 ; » gcschaflenen Organisation als ständiger oberster Reichsgerichtshof in der Gestalt des „ kaiserlichen und des heiligen Reiches Camincr - gerichts " entgegen . Wie aber auch die andere Idee , die einer lichen Gerichtsbarkeit des Kaisers , im Gegensatze zu der von ser und Reich gemeinsam ausgeübten , als deren Repräsentant sich das k . Kammergericht ausbildete , nicht ruhte , sondern in ihrem tem Verlaufe zur Schaffung des Reichshofrathes führte , als dein Ausdrucke der obersten kaiserl . Gerichtsbarkeit , wie dieser lismus in der obersten Gerichtsbarkeit in Deutschland in gewisser Art fortdauerte und bis zum Ende des Reiches eine concurrirende richtsbarkeit beider obersten Reichsgerichtshöfe nebeneinander lief , darauf näher einzugehn , lallt jenseits der Schranken unserer wärtigen Darstellung . 
Unsere Aufgabe ist es blos die hier in ihren allgemeinen Zügen vorgeführten Wandlungen in der obersten Gerichtsharbeit in ihren Stadien innerhalb des Raumes des XV . Jahrhunderts bis zum ewigen Landfrieden im Einzelnen nachzuweisen , und dies soll im genden geschehen .
	        

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