IV
In uUcn wesentlichen Punkten habe ich die umsichtigo und scharfsinnige Untersuchung Loiselour's bestätigou können . Nach zwei Richtungen hin aber glaube ich dio Sache über den von leur erreichten Standpunkt hinaus gefördert zu haben , einmal lich durch don Nachweis der Zeit , in der die templerischo Ketzerei ihren Urspruug nahm und der Orden sich als ketzerische schaft zu organisiren begann , und dann durch die Darlegung eines allmählichen Umsichgreifens der Härosio von dem deu Orden herrschenden Centrum aus , in Folge dessen der englische , schottische und irischo Zweig desselben noch vcrhältuissmässig rein waren und oben erst der Ketzerei dienstbar gemacht werden sollten , als die Katastrophe von Frankreich aus hereinbrach .
Ein Puukt ist es , welcher diesem Gegenstand , ganz abgesehen von der allgemeinen historischen Bedeutung desselben , noch ciu besonderes Interesso verleiht . Bekanntlich leitet cino frcimaurc - riseho Tradition den Ursprung der Freimaurerei von dem schen Zweige des Tempelherren - Ordens her . Ich habo nicht die Ehre , der Freimaurer - Brüderschaft anzugehören , und keuno daher von dem diese Tradition zu belogen bestimmten Material nur , was gedruckt und so auch dem Uneingeweihten zugänglich ist : danach habe ich aber von einem Zusammenhang des Tempelherren - Ordens mit der modernen Freimaurerei keine Spur tindon können , die irgend welche historische Glaubwürdigkeit beanspruchen könute . Sollten die frcimaurerischen Vcrtrctor desselben wirklich kräftige Argumente für ihre Ansicht habeu , so würden sie der Wissenschaft einen dankenswerten Dienst leisten , wenn sie selben den Historikern nicht vorenthalten , sondern zur Aufhellung des alsdaun hier vorliegenden in soiner Art eiuzigen Phäuomoua mittheilcu wollten . Bis dahin , glaube ich , wird das von mir wonnene negative Resultat als das wissenschaftlich begründete festzuhalten sein .
Königsberg i . l'r . , im August 1879 .
Hans Prutz .

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