jagte , Cieltl , Gut und Genuss erstrebte , erfüllte am vollkommensten den Beruf dea Menschen .
Ks liegt auf der Ilaud , dass eine Lehre , die zu solchen praktischen Consequeuzcn führte , die alle Schranken der Sittlichkeit aufhob , ja auf die Verletzung derselben in gewissem Sinne den Preis der Gottwohlgcfällig - keit setzte , bei wenig cultivirten und nach der sinnlichen Seite hin ders stark veranlagten Völkern lebhaften Beifall fand , ebenso wie bei solchen , die in gewissem Sinne durch eine Art von üebercultur verdorben , sittlich verwildert , in geistige Zuchtlosigkeit geratheu und daher vor allem teriellen Interessen ergeben waren .
Und eben iu einein solchen Zustande befand sich doch ein grosser Theil der abendländischen Welt gegen das Ende des Kreuzzugszeitalters ; in ihrer Gesaunntheit war sie mehr oder minder von der sittlichen heit und der geistigen Zuchtlosigkeit ergriffen , die , wie sie Mischculturen fast ausnahmslos eigen ist , zuerst iu den Kreisen der im Orient heimisch gewordenen Abendländer zu voller Entfaltung gekommen war . Gerade jene fränkischen Abenteurer , welche unter dein Schutze des alle möglichen Privilegien gewährenden Kreuzes iu Palästina und Syrien Befriedigung ihrer Rauflust so gut wie ihrer Habgier , ihrer Herrschsucht so gut wie ihrer Sinnenlust suchten und landen , waren geistig und mondiseli zur nahme dieser wahrhaft teuflischen Lehre besonders disponirt , vollends seit der Sieg des Islam im Ileiligeu Lande entschieden und damit auch die Unfähigkeit und Rechtlosigkeit des Christenthums tur sie und viele andere dargethan war . ' ) Eucheten , die nächsten Verwandten der Luciferianer , gab es zu Ende des eilften Jahrhunderts in Mesopotamien ; im zwölften Jahrhundert ündcu wir sie iu Thracicn , wo sich mit ihnen diu Reste der ähnlich gearteten Paulicianer verschmolzen , dort scheint auch zuerst der Namen „ Satanianer " aufgekommen zu sein , dem entsprechend die Secte bei ihrer weiteren Verbreitung im Abeudlaude Luciferianer , Teufelsanbeter , genanut wurde . 2 ) In der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhuuderts haben sie sich schon bis nach Deutschland ausgebreitet und sind namentlich in Oesterreich , in Steiermark , Tirol und Böhmen nachweisbar ; auch in denburg und in deu Rheinlanden kommen sie damals schon vor . 2 ) Es scheint also , als ob diese entsetzliche Ketzerei , im Osten entstanden , in aller lichkeit ihren Weg nach Westen gemacht und in einer Landschaft nach der
1 ) Vgl . oben S . 23 ff .
2 ) Loiscleur 67 .
3 ) Schmidt I . 139 .

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