— «ì
nuf gleichem Principe beruhenden Hiiresien jener Zeit1 ) ihren bestimmten I'lntz anzuweisen . Danach steht zunächst fest , dass der unter so lichen Ceremonial begangene Cul tus der Ritter nicht dem oberen Gotte , dem Schöpfer des Geistes und des Guten , galt , sondern dem unteren Gott , von dem dio Materie und das Hösc ihren Ursprung ableiteten . Denn jenen dachte man sich dem Menschen unnahbar , dem menschlichen Fassungsvermögen durchaus unzugänglich . s ) Hält man das fest , so verlieren auch die sonst so stark betonten Differenzen ihre scheinbare Bedeutung , die zwischen den Aussagen über die dem Orden schuldgegebene Verehrung eines Idols , eines Götzenbildes , obwalten .
In dem Verhör von Carcassonne sagt Rao il 1 de Gysi , 1 ) das bei den geheimen Zusammenkünften der Ordensglieder abgöttisch verehrte Idol , vor dem man sich entblössten Hauptes zur Erde niederwarf , sei eine schreckliche , dem Teufel ähnliche Figur gewesen , was man französisch „ un ma ufe " nenne . Ma ufe aber bedeutet in dem Französisch jener Zeit nichts Anderes als eben einen bösen Dämon , einen Teufei . • ) Dem sprechend bezeichnet denn auch Pierre de Moncade das Idol geradezu als einen „ höllischen Teufel14 . 4 ) Nun verband man freilich mit diesem „ Teofel " eine wesentlich andere Vorstellung , als naeh dem Sprachgebrauche einer späteren Zeit und nach dem unseren damit verbunden zu werden pflegt . Dieser Dämon , welchen die Tempelherren unter dem Hilde eines Kopfes zu verehren pflegten , ist nicht etwa die Verkörperung des bösen Princips , daher auch nicht ein Feind Gottes und des von ihm schaffenen und gewollten Guten , er steht nicht in einem unversöhnlichen Gegensatz zu dem oberen Gott , sondern ist zunächst eben nur ein unterer Gott , ein Gott niederen Ranges , mit geringen , man könnte sagen mehr irdischen Kräften , daher auch mit einem niederen , irdischeren ,
1 ) Vgl . über diese im Allgemeinen Gh . U . Hahn , Geschichte der Ketzer im Mittelalter . 3 lide . Stuttgart 1845—50 und G . Schmidt , Histoire et doctriue de la secte des Cathares mi Albigeois , l'aris und Genf 1849 . 2 Ilde .
2 ) Vgl . die eben angeführte Stelle Michelet I , 213 : et quod dominus uoster erat in ce Iis . — Man vgl . auch die höchst charakteristische Stelle in dem früher ( S . 24 ) besprochenen Sirvente eines Tempelherrn . Raytiouard , l'oêsies des badours IV , 18 & : Dieu a donc juré de ne laisser vivre aucun chrétien . Et
puisque «on fils , qui devrait s'y opposer , le trouve bon etc .
3 ) Raynouard 290 . Dupuy I , 87 .
4 ) S . Loiseleur 37 , der auf Roquefort , Glossairu de la langue Romane s . v . Maufais verweist .
5 ) Michelet II , 4ti2 : credit , quod ydolum uil sit aliud nisi diabolus nali« .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.