entbehrte , wird namentlich auch dadurch bestätigt , dass bereits wenig mehr als ein Mcnschenalter später die römische Kuno selbst sich veranlasst sah , von derselben Notiz zu nehmen und dem Orden eine ernste , nicht miss - zuverstehende Warnung zu ertheilen . Am 3 . September 1208 schreibt Iii nocen z III . an Guillaume d'Oeil de Boeuf , den Visitator des Tempelherren - Ordens im Abendlande :
„ Der Cardinale und Bischöfe wiederholte Beschwerden über grosse Vergehen Deiner Brüder betrüben uns sehr , da sie Uns und der Kirche Aergerniss geben , den Seelen aber Gefahr und dem Orden Schaden bereiten . "
Worauf sich diese allgemeinen Andeutungen beziehen , wird weiterhin genauer bezeichnet :
„ Die Ordensritter fröhnen dem Geize und nischen Lohren . . . . . Sie nehmen Tlieil an der Welt , wie es Ordensleuten nicht geziemt , sie ergeben sich der Völlerei , und ihr Ordenskleid ist nichts als eine heuchlerische Lüge . . . . Viel Schändliches verschweigen wir , um nicht härtere Strafen verhängen zu müssen , wie z . B . die Entziehung der Privilegien , die Ihr so schändlich m issbra ucht . " ' )
So bestimmt , so drohend würde selbst ein Innocenz III . die schuldigung . dass „ dämonische Lehren " im Tempelherren - Orden ihre Bekenner gefunden hätten , sicherlich nicht ausgesprochen haben , wenn er irgend au die Grundlosigkeit der lange schon am Ordeu haftenden üblen Nachrede zu glauben vermocht hätte ! Sehr bezeichnend ist ferner , dass die von dem Papste gegen den der Curie so nützlichen und in mancher Hinsicht geradezu unentbehrlichen Orden erhobene Anklage wegen seines Geizes , seiner Habgier auch anderweitig schon früher ausgesprochen ist . Wenn nämlich der vorhin angeführte Pilger Johannes von Würzburg , * ) den Reichthum des Temjielherren - Ordens rühmend , die von demselben den Armeu gespendeten Almosen zwar als „ hinreichend gross " bezeichnet , jedoch hinzufügt , die Tempelritter thäteu in dieser Hinsicht noch nicht den zehnten Theil von dem , was der •Johanniterorden leiste , » ) so könnte
1 ) ßaluze II , 68 ( Kp . 121 ) : Ecclesiae generali« et cupiditatis anhelantes non déclinant mendacia , dum utente» doctrinis dacmoniorum . . . post haec et alia nefanda apostolici« privilegiis , quibus tam cnonniter abutuntur , essent merito spoliaudi .
2 ) Tobler a . a . O .
3 ) Ebenda» . Eleemosynnm qnidem facit satis magnani in Christi pauperes , sed non In decima pnrte eius cleemosrnac , quam faciunt hospitales .

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