— 12 —
mehr übrig lassen . Es hält nicht schwur , aus den Geschichtschreibern der Krcuzzüge ein förmliches Sündenregister zusammenzustellen , angesichts dessen man die dem Tempelherren - Orden in Bezug auf diesen Puukt machten Vorwürfe als nur zu wohl begründet wird bezeichnen müssen .
Einstimmig fast machen die Zeitgenossen in erster Linie den herren - Orden verantwortlich für das klägliche Millingen der in dem zweiten Kreuzzug von Deutschland und Frankreich aus mit bedeutenden Mitteln unternommenen Expedition zur Sicherung des schwer gefährdeten christlichen Reiches im Osten : insbesondere wird das Scheitern der mit aller Aussicht auf Erfolg unternommenen Belagerung von Damascus im Jahre 11 - 19 den verrätherischen Intriguen der Tempelherren schuld gegeben . Ferner sehen wir den Orden fast immer in Hader mit denjenigen Fürsten des fränkischen Palästina , die seinem allzu schnellen Wachsthum entgegen zu treten wagten oder auch nur die ihneu zugemuthete Förderung desselben zu verweigern den Muth hatten . Unleugbar ist es , dass der Tempelherren - Orden in seinem Verhalten gegenüber den mohamedanischcn Fürsten fast alle Zeit nur durch die Erwägung seines eigenen Vortheils bestimmt wurde , eiue billige Rücksichtnahme aber auf das Interesse der Christen insgesammt eigentlich niemals gekaunt hat : bringt es sein besonderer Vortheil so mit sich , so steht er keinen Augenblick an , in derselben Zeit , wo die gesaiumtc Christenheit zu einem neuen Glaubenskriege rüstet , mit den nischcn Fürsten einen Separatfrieden abzuschliessen ' ) und die schuldige Theilnahme an den allgemeinen Reichsheerfahrten in schnöder Selbstsucht kurzweg zu verweigern . * ) Und umgekehrt , meinten die Leiter des Ordeus , dass Krieg zu führen oder einen reiche Beute verheizenden Raubzug zu unternehmen ihrer Gemeinschaft augenblicklich Vortheil gewähre , so kümmerten sie sich nicht im Geringsten um die von dem schwachen König , den Grossen des Reichs und den anderen Orden eingegangenen Stillstände und Friedensehlüsse , sondern setzten die wüste Fehde auf eigunu Faust fort , unbekümmert um den schweren Nachtheil , welcher der Gu - samuilhcit daraus erwachsen mochte . Ganz besonders heftige Anklagen aber wurden gegen den längst unbeliebten und theils gehassten , theils ge - fürchtuten Orden aus Anlass einiger Vorfälle erhoben , wo derselbe sich einer geradezu gewaltsamen Durchkreuzung einer im Interesse der Kirche und der gesammten Christenheit dringend zu wünschenden Entwickelung
1 ) So z . Z . der Anwesenheit Ludwigs des Heiligen gegenüber dem Sultan von Damascu» » . Joiuvillc c . 511 fl " . ( p . 261 ed . de Wailly ) .
2 ) So 11C8 gegenüber Aegypteu . Guilelm . Tyr . XX , 5 .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.