II .
Dunn darüber kann wohl kaum noch ein Zweifel obwalten , das» der eigentliche und zunächst entscheidende Grund zu dem Sturze des Tempelherren - Ordens in der politischen Stellung desselben zu suchen ist . Denn durch die Art , in der er dieselbe gewonnen und während eines Zeitraumes von fast zwei Jahrhunderten mit einer uuerbitt - liehen , vor nichts zurückschreckenden Consequenz ausgebaut , entwickelt und befestigt hatte , war der Tempelherren - Orden sehr bald nach dem ginn seiner rasch aufwärts führenden Laufbahn in eine ganz entschiedene Opposition getreten zu den in den Kreuzzügen eigentlich leitenden und tonangebenden Mächten .
Sehr früh verweltlicht , wurde der Tempelherren - Orden bald den gaben ganz untreu , für deren Lösung er eigentlich gestiftet worden war , deren Lösung vernachlässigen für ihn jedoch eigentlich nichts mehr uud nichts weniger hicss als den vornehmsten Kechtstitel seiner ganzen Existenz vor aller Welt preisgeben . Erfüllt von der Gier nach Besitz , ' ) welche die in Syrien angesiedelten Franken überhaupt kennzeichnete , und in dem rastlosen Jagen nach weltlicher Herrschaft ist der Tempelherren - Orden offenbar schon sehr frühzeitig bemüht gewesen , Syrien möglichst schliesslich in seinen Besitz zu bringen ; in dem Streben nach diesem Ziele trat er allen denjenigen , welche in Palästina das allgemeine teresse der ganzen Christenheit verfochten , mit rücksichtsloser keit entgegen . Zum Erweis dieser schon von den Zeitgenossen offen ausgesprochenen Anschuldigung dient ciiic lange Reihe durchaus glaubigter Thataachen , welche an der bis zum Verrath an der christlichen Sache sich verirrenden eigennützigen Politik des Ordens keinen Zweifel
1 ) Vgl . stia Verhalten vor Ascalon a . 1153 nach Guilclm . Tyr . XVII , 27 ( p . 805 / C ) und Iteinaud , Extraits 101 .

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