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Der Widerspruch zwischen dem in seinen Grundlagen für uns ja ganz feststehenden und durchaus klaren häretischen Dogma der herren und dem , was den dogmatischen Inhalt dieser Gcheiiiistatuten macht , tritt noch viel schärfer zu Tage in dem zwanzigsten Artikel , der „ von dem Glauben der Erwählten " handelt . Denn da hebst es : „ Wir verkündigen euch auch den eingeborenen Sohn Gottes , jenen wahreu Christus , der von Ewigkeit in und mit Gott war , der nie boren werden , noeh leiden , noch sterben konnte , dein alles im Himmel und auf der Erde Sichtbare und Unsichtbare gegeben ist , der die Seele des Sohnes der Maria belebte und so auf der Welt war , den aber die Welt nicht erkannte , weil die thierischeu . Menschen nicht verstanden , was des Geistes sei . Von Jesus , dem wahren Sohn Josephs und der Maria , haltet für sicher , dass alles , was er lehrte , Heiliges that , welche W under er verrichtete , er nur vermöge der Macht und der Kraft jenes wahren Christus get hau hat , welcher , von Ewigkeit ein Ausfluss Gottes , sich auf Zeit mit der Seele Jesu vereinigte , niemals aber selbst körperlich erschien . 44 Dahaben wir doch den ausgesprochensten Doketismus , der völlig unvereinbar ist mit der streng dualistischen Lehre , welche als die der Templer aus den I'rocessacten erwiesen ist , die jede werdung Gottes leugnete und iu dem in Galiläa gekreuzigten Jesus nichts sah , als einen um seiner eigenen Vergehungen willen hingerichteten Uebel - thätcr ! ' ) Kein einziger von denjenigen , welche sich zu der templerischen Geheimlehre , wie wir sie kennen gelernt haben , bekannten , hat einem Glaubenssatze seine Zustimmung geben können , wie er hier ausgesprochen wird : „ Weil aber der Solili der Maria , gerecht und heilig , keiner Sünde theilhaftig , gekreuzigt wurde , so verehren wir ihn als Gott und beten zu ihm , das Holz des Kreuzes aber halten wir für das Zeichen und Sinnbild des Thieros , von dein ihr in der Offenbarung leset , und für eine Entweihung des Heiliglhums . tt
Diese dogmatischen Sätze der vorliegenden Gchoirastatutcu stehen auf einem absolut anderen Hoden als derjenige ist , der die actemnässig constati rte templerische Gehei mieli re erzeugt hat . Iiier sind die bedenklichen Formen und Gebräuche des Ordens beibehalten , denselben aber ein anderer , im Vergleich mit dem thatsächlich nachgewiesenen ziemlich unschuldiger Inhalt gegeben , dort haben wir strengen Dualismus und Luciferiauismus , hier Doketismus und matten Deismus !
1 ) S . oben S . GO .

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