III .
Nach dem bisher gewonnenen Resultate wird es jedenfalls geboten sein , auch den eigentlichen Geheiinstatuteu gegenüber , die Merzdorf publicirt hat . mit der peinlichsten Kritik zu Werke zu gehen . Wir beginnen diese Prüfung der Oeheimstatutcn des Tempelherren - Ordens , indem wir einzelne a u f fäll ige Bestimm u ngeii dersel ben mit demjenigen in Vergleich stellen , was uns anderweitig , namentlich aus den Processacten , über die geheime Lehre und die Gebräuche des Ordens bekannt ist .
Höchst auffallend erscheint zunächst die Anweisung , welche in Art . V und VI der Geheimstatuten1 ) gegeben wird über die Art und Weise , in welcher man „ den noch in der Synagoge des Antichrists " ( d . h . der römisch - katholischen Kirche ) befangenen Brüdern Zweifel an der keit und lleilskräftigkeit ihres Glaubens zu erwecken , sie systematisch zu beunruhigen und zum Suchen nach einem anderen , heilskräftigeren Glauben anzureizen hat , um ihnen schliesslich allmählich den Hinblick ili die rische Geheimlehre zu eröffnen und ihnen diese als den zur Ruhe und zur Seligkeit führenden Weg zu zeigen . Stimmt das mit demjenigen , was wir durch eine Menge von Zeugenaussagen über das bei der Aufnahme neuer Ordensritter beobachtete Verfahren kennen gelernt haben ? Doch nicht im entferntesten ! Nirgends finden wir ein Beispiel dieses systematischen gehens , nur ganz vereinzelte Fälle zeigten ein Glied des Ordens erst nach längerer Zeit in das ketzerische Geheiinniss desselben eingeweiht . 1 ) Von dem hier vorgeschriebenen planmässigen Untergraben des Glaubens bei den jüngeren Genossen zeigt uns die Praxis des Ordens auch nicht ein einziges Heispiel . Es tritt also hier gleich ein Zug zu Tage , der — so weit unsere Kenntniss reicht — dem Tempelherren - Orden ganz
1 ) Merzdorf S . 88 .
•» ) S . oben S . 44 .
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