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wir die englischen Zeugenaussagen über die bei der Reception in den Orden beobachteten Cerenionien zusammenstellen : den englischen rittern ist die mit allerhand unchristlichen und unsauberen Cerenionien verbundene Art der Aufnahme , die für Frankreich und den Orient steht , theils ganz fremd , theils nur vom Hörensagen bekannt ; mehrfach sprechen sie davon geradezu als von der „ jenseits des Meeres üblichen Artu — wobei man ebenso gut an Frankreich wie an das Morgenland denken kann . Alles in Allem gewinnt man bei dem Studium der Acten des englischen Processes entschieden den Eindruck , als ob die Ketzerei mit ihren schamlosen Culthandlungen dort höchstens in einem kleinen K reise der Tempelherren bekannt gewesen und geübt worden sei , als ob also dort erst der Anfang gemacht worden sei zu einer vollständigen inneren Assimilirung der Genossenschaft mit ihren älteren französischen und inorgenläudischen Theilen .
Trügt nun nicht alles , so haben auch die geistlichen Inquisitoren , welche in Eugland die Untersuchung , und zwar ohne Anwendung irgend einer Art von Gewalt oder Terrorismus , in durchaus humanen Formen führten , dieseu Eindruck empfangen und sind auch ihrerseits auf den Gedanken gekommen , dass sie es nicht sowohl mit einer alt gewurzelten und völlig ausgebildeten , als vielmehr mit einer erst unlängst neu eingeführten , erst in der Einbürgerung griffenen Ketzerei zu thun hätten . Nirgends sonst hat man so gehende Ermittelungen angestellt über den Zusammenhang , der zwischen den verschiedenen Zweigen des Ordens bestand , woher also die Oberen der englischen Tempelherren die Instructionen empfingen , welche für sie bei der Leitung der inneren und äusseren Angelegenheiten des Ordens inaassgebend waren , wie die verschiedenen Observanzen von der Central» leitung des Ordens an die Provincialmeister übermittelt wurden und wie weit sie für die letzteren bindend waren . Mit besonderem Eifer wird lich den Mitteln und Wegen nachgespürt , welche dem durch seine Macht und seinen Reichthum so einflußreichen französischen Zweig des Ordens zur Verfügung gestanden hüben konnten , um die innere und äussereEntWickelung des englischen Zweiges von sich abhängig zu machen und nach seinen besonderen Iutentionen zu leiten . Es wird durch diese Fragen eine Reihe von lehrreichen Thatsaclien coustatirt : denn wir hören nicht bloss , dass die Beschlüsse und Verfügungen des zweifellos ganz häretischen Gencral - capitels auf Cypern durch die Provincialmeister den verschiedenen vinzen und dort den Praeceptorcn der verschiedenen Ordenshäuser über -

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