ab einerseits von der Natur des Aufzunehmenden , andererseits aber auch sehr wesentlich voi» der des Receptors . Auch erklärt sich von liier aus die Verschiedenheit , die wir in der äusseren Bestätigung der häretischen Lehre linden ; von hier aus wird dann auch wohl ara natürlichsten die Thatsache ihre Erklärung finden , dass nicht alleTheile des weit verbreiteten Ordens gleich inllcirt waren , dass einzelne , wenn auch nicht frei von Häresie , doch nicht iu dem Grade wie andere dem Luciferianisraus verfallen waren und dass der für diese schlimmere Richtung vorzugsweise charakteristische Idolcultus in einzelnen Ordensgebieten wirklich nicht vorhanden oder doch nicht allgemein üblich und nicht ausdrücklich anerkannt war .
Während es nämlich nach den uns vorliegenden zahlreichen aussagen kaum noch einem Zweifel unterworfen sein dürfte , dass der orientalische und der französische Zweig des Tempelherren - Ordens— mit Ausnahme vielleicht ganz vereinzelter Gruppen — der ihrem Inhalte nach ja mm genügeud bekannten ketzerischen Geheimlehre z ( igethau und mithin auch allen den bösen Consequenzen verfallen war , die sich für Sitte und Leben aus derselben mit Notwendigkeit ergaben , kann es andererseits als erwiesen gelten , dass der iu Portugal heimisch gewordene Zweig des Ordens den Iioden kirchlicher Rechtgläubigkeit mals verlassen hat , — eine Thatsache , welche zunächst wohl daraus zu erklären ist , dass der portugiesische Zweig des Tempelherren - Ordens alle Zeit in der strengsten Abhängigkeit vom Staate gewesen und geblieben ist , wie z . B . seine Provincialmeister und die sonstigen Oberen der Be - 8tätigung durch den König bedurften . ' )
Daher ist denn auch dieser Zweig der grossen Rittergemeinschaft , welcher in der ursprünglichen Reinheit verblieben , aber auch lange nicht so glänzend und machtvoll gestellt war , in die allgemeine Katastrophe nicht mit hineingerissen worden : er ist nur dem Namen nach aufgehoben , d . h . er nahm mit Zustimmung de . s ihm wohlgeneigten Königs den Namen an , welchen die Tempelherren ursprünglich geführt hatten und mit dem sie nuch von ihrem geistlichen Organisator , Bernhard von Clairvaux , eigentlich stets genannt worden waren , — „ Ritter Christi . " Auf diesen Orden , der doch nur scheinbar ein neuer war , gingen die Besitzungen und Einkünfte der Tempelherren in Portugal über , und deren letzter vincialmeister trat als erster Hochmeister an die Spitze des Christus - Ordens . * )
1 ) Vgl . Dupuy , Histoire de l'ordre militaire ( 1761 ) , 108 ff . , wo die Formel für dea von den portugiesischen Rittern des Tempelherren - Ordens zu leistenden Eid mitgctheilt ist . Ks heisst darin u . A . : Kegibus l'ortugaliae lidelis ero .
2 ) S . Grouvelie 217—19 ,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.