— 86 —
gehabt habe ; weiterhin aber weichen Hie dann von einander ab : denn bald soll der Kopf ein bärtiges Gesicht , bald ein jugendliches bartloses gehabt haben ; nach Anderen war er mit zwei , ' ) nach Einigen endlich gar mit drei Gesichtern versehen . 5 ) Diese Verschiedenheiten fallen nicht bedeutend in das Gewicht . Denn ähnliche Darstellungen linden wir bei mehreren der katharischen Secteil , die mit den Tempelherren auf demselben Hoden des Dualismus stehen — die Bogomilcn z . Ii . , welche , von den Eucheten oder Enthusiasten herstammend , als die nächsten Verwandten gewisser - maasscn der Luciferianer gelten können , stellten den allein von ihnen gebeteten verstossenen Sohn Gottes dar als im Uebergange vom Jüngling zum Mann , mit dem sprossendem Barte . Gott Vater dagegen als einen Greis mit lang herabwallendem Harte . Noch sonderbarere Gebräuche linden wir bei den ebenfalls stark von der luciferianischen Ketzerei bevin - ilussten Stedingern : auch sie verehren bei ihren nächtlichen künften den unteren Gott unter der Gestalt eines Idols ; dasselbe war hohl und durch einen «Mechanismus öffnete es sich in dem gegebenen Momente , und aus seinem Inuern sprang eine Katze den Andächtigen entgegen » ) — das Thier , welches bekanntlich während des Mittelalters als die eigentliche Verkörperung des Teufels galt . Dieser Thatsache gegenüber kann es Einen nicht Wunder nehmen , dass mau schon von Seiten der Inquirente - li dem Idole der Tempelherren einen ähnlichen Inhalt zu geben versucht hat .
Im Uebrigen scheint dieser Idolcultus förmlich organisirt gewesen zu sein , insofern nämlich , als in den Haupthäusern des Ordens auch die Ilauptidole , ' ) d . h . die für besonders mächtig und wirksam gehaltenen ,
comme lu clarté «lu ciel ; et pour voir , toute lour foy estoit en ¡celle et entölt leur
dieu souverain et ea celle pel avoit moitié barbe au visage et l'autre moitié
au cul , dont c'esloit contraire chose .
1 ) So z . It . Concil . Brit . II , 358 — quod quidam templarías hahebut quod - dam caput aeneiim bifrous in custodia et dieebat , quod illud respondebat ad omnia interrogata .
2 ) Einmal scheint das Idol auch die Gestalt eines Menschen gehabt zu haben : Concil . H rit . II , 362 : — et aperto quodam armariolo parietis extraxerunt quan -
t dam tigtirum nigram oculis Iucentibiis et quondam cru ceni et posuerunt crticcm in praesentia magistri et culum idoli vel tigurae posuerunt super crticcm , et post iiniis Templarins recepii Imaginem illum et portavit magistro et dictus magistcr osculatus fuit in ano dictam imuginem et post omnes alit seriatim .
3 ) Vgl . die Bulle P . Gregors IX . bei Kaynaid , Annules ecclesiast . XIII , 447 a . 1223 .
4 ) Concil . Brit . II , 363 kennt Johann v . Donyngton ( 75 . Zeuge ) quatuor idola principulia in Anglia , unum videlicet London in Tempio in sacristana , aliud apud Bytelcsham , tcrtium apud Brueram titra Lincoln et quartum ultra Hum -

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.